Alexander Falk (M.) mit seinen Verteidigern bei der Verkündung des Urteils | Bildquelle: dpa

Anstiftung zu Schuss auf Anwalt Viereinhalb Jahre Haft für Unternehmer Falk

Stand: 09.07.2020 12:46 Uhr

Vor zehn Jahren wurde ein Frankfurter Wirtschaftsanwalt durch einen Schuss schwer verletzt - nun ist der Hamburger Unternehmer Falk der Anstiftung zur Tat schuldig gesprochen worden. Er hatte die Vorwürfe stets bestritten.

Der Unternehmer Alexander Falk ist wegen der Beteiligung an einem Attentat auf einen Frankfurter Rechtsanwalt zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Frankfurt am Main befand den Erben des gleichnamigen Stadtplanverlags der Anstiftung zur gefährlichen Körperverletzung für schuldig. Der Auftrag zu der Tat sei von Männern weitergeleitet worden, die Falk beauftragt habe.

Bei dem Angriff war dem Frankfurter Rechtsanwalt im Jahr 2010 ins linke Bein geschossen worden, er wurde schwer verletzt. Falk soll einen gesondert verfolgten Mittelsmann 2009 mit der Tat beauftragt haben. Er hatte stets seine Unschuld beteuert. Der Anwalt soll zu der Zeit eine Millionenklage in einem Verfahren vorbereitet haben, bei dem es um manipulierte Umsätze beim Verkauf eines Internetunternehmens ging, das Falk gehörte.

Tonaufnahme als Beweisstück

Wegen Anstiftung zu gefährlicher Körperverletzung hatte die Staatsanwaltschaft sechs Jahre Haft gefordert. Richter Jörn Immerschmitt verwies in seiner Urteilsbegründung nun auf eine Tonaufnahme, die ein Zeuge den Ermittlern übergab und auf der zu hören ist, wie sich Falk über die Tat schadenfroh äußert. Dies habe zum Durchbruch bei den Ermittlungen geführt.

Eingeräumt hatte Falk, bei dem Anwalt einen letztlich erfolglosen Datendiebstahl in Auftrag gegeben zu haben. Die Verteidigung hatte Freispruch gefordert. Die Aufnahme, die Falks Schuld belegen solle, habe sich als geschnitten und damit manipuliert erwiesen. Sie sei heimlich angefertigt worden, Falk sei damit erpresst worden.

Der heute 50-jährige Falk hatte den von seinem Vater geerbten Stadtplanverlag verkauft und sehr erfolgreich in Internetunternehmen investiert. Er avancierte zu einem Star der New Economy und gelangte auf die Liste der 100 reichsten Deutschen. 2008 wurde er dann wegen versuchten Betrugs und Beihilfe zur Bilanzfälschung in Hamburg zu vier Jahren Haft verurteilt.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 09. Juli 2020 um 12:45 Uhr in den Nachrichten.

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