Eine Frau fährt in einem Auto. | picture alliance / dpa Themendie

Regeln für Fahranfänger Verkehrsminister planen Verschärfungen

Stand: 07.12.2021 09:18 Uhr

Die Ampelkoalition will den Führerschein mit 16 Jahren ermöglichen. Einem Zeitungsbericht zufolge könnten auf die Fahranfänger deutliche Verschärfungen zukommen: Im Gespräch ist unter anderem die Verlängerung der Probezeit.

Die Verkehrsminister planen offenbar eine Reform der Regeln für Fahranfänger. Das geht aus einem Beschlussvorschlag für die Ende dieser Woche tagende Verkehrsministerkonferenz von Bund und Ländern hervor, wie die "Rheinische Post" berichtet. Dabei gehe es darum, mit Blick auf junge Autofahrer für mehr Sicherheit zu sorgen.

Im Gespräch ist demnach, die Probezeit für Fahranfänger von zwei auf drei Jahre zu verlängern. Eine Reduzierung um ein Jahr soll möglich sein, wenn Fahranfänger etwa vier Monate nach dem Erhalt des Führerscheins freiwillig zwei "Feedbackfahrten" von jeweils 90 Minuten absolvieren. Eine weitere Option sollen spezielle Fahrsicherheitstrainings sein. 

Frühzeitig für Gefahren im Straßenverkehr schulen

Laut dem Beschlussvorschlag soll eine neue Bund-Länder-Arbeitsgruppe bis Frühjahr 2022 die Reform konkret umsetzen, berichtet die Zeitung. Hintergrund ist, dass junge Verkehrsteilnehmer immer noch das mit Abstand höchste Unfallrisiko im Straßenverkehr haben - trotz des "Begleiteten Fahrens ab 17", der Fahrerlaubnis auf Probe und dem seit 2007 geltenden Alkoholverbot für Fahranfänger.

Notwendig könnte die Reform laut "Rheinischer Post" auch deshalb werden, weil SPD, Grüne und FDP den Führerschein mit 16 Jahren ermöglichen wollen. Damit sollten Jugendliche schon frühzeitig für die Gefahren im Straßenverkehr geschult werden, heißt es im Koalitionsvertrag.

ADAC unterstützt die Pläne

Die für die Koalitionsarbeitsgruppe "Mobilität" zuständige Verhandlungsführerin der SPD, Saarlands Verkehrsministerin Anke Rehlinger, sagte der "Rheinischen Post", die Reformpläne der Verkehrsminister passten gut zu diesem Projekt der neuen Bundesregierung. "Längere assistierte Fahrpraxis führt zu mehr Erfahrung, wenn man dann alleine am Steuer sitzt."

Der ADAC unterstützt die Pläne, das begleitete Fahren bereits ab 16 Jahren zu erlauben. "Mit dieser Maßnahme kann der Lernzeitraum verdoppelt und das Unfallrisiko der Fahranfängerinnen und Fahranfänger dank der größeren Fahrpraxis weiter reduziert werden", sagte ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand. Schon das begleitete Fahren mit 17 habe sich bewährt. "Die Teilnehmer weisen ein deutlich geringeres Unfallrisiko auf als diejenigen, die den Führerschein auf klassische Weise erworben haben."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. Dezember 2021 um 08:00 Uhr in den Nachrichten.