Mitglieder der Klimaschutzbewegung Extinction Rebellion demonstrieren am Flughafen Lübeck. | Bildquelle: dpa

"Extinction Rebellion" Protest gegen Kurzstreckenflüge

Stand: 17.08.2020 18:06 Uhr

Sie besetzten Abflughallen und wollten sich mit Sekundenkleber am Rollfeld fixieren: Aktivisten der Klimaschutzbewegung "Extinction Rebellion" haben an vier Flughäfen gegen innerdeutsche Flüge demonstriert.

Aktivisten der Klimaschutzbewegung "Extinction Rebellion" haben an mehreren Flughäfen gegen den innerdeutschen Flugverkehr protestiert. Die Aktionen in München, Lübeck, Berlin und Düsseldorf sollten darauf aufmerksam machen, dass Kurzstreckenflüge einen "erheblichen Beitrag" zum "schädlichen CO2-Fußabdruck Deutschlands beitragen", erklärte das Bündnis. Wie die Polizeidirektion Lübeck mitteile, wurden dort bis zum Vormittag 18 Menschen in Gewahrsam genommen.

"Extinction Rebellion" sprach von "gezielten und friedlichen Aktionen" an vier deutschen Flughäfen. "Uns bleibt keine andere Wahl mehr, als uns friedlich für Sofortmaßnahmen zum Klimaschutz einzusetzen", sagte Susanne Egli, Meeresbiologin und Teil der "Extinction Rebellion" Ortsgruppe München.

Aktivisten stürmen Flughafen Lübeck

Führende Wissenschaftler prognostizierten, "dass die Erde sich aller Wahrscheinlichkeit nach bis zum Ende des Jahrhunderts auf über drei Grad erwärmen wird", so Egli. "Unsere Gesellschaft, wie wir sie jetzt kennen, wird darunter zusammenbrechen", warnte sie. Die Klimaschutzaktivisten bezeichneten es als "Pflicht gegenüber den kommenden Generationen, jetzt, im Jahr 2020, alles Mögliche und Nötige dagegen zu tun, wie zum Beispiel konkret Flugverkehr zu stören".

In Lübeck, wo der Linienflugbetrieb heute erstmals seit Jahren wieder aufgenommen wurde, versuchten nach Polizeiangaben am frühen Morgen fünf Menschen, mit einer Leiter über den Außenzaun des Flughafengeländes zu klettern. Dies habe durch Polizeikräfte unterbunden werden können. Weitere 15 Menschen konnten demnach an einer anderen Stelle durch den Zaun gelangen und wurden auf dem Vorfeld von Polizeikräften in Gewahrsam genommen. Von diesen hätten drei versucht, sich mit Sekundenkleber zu fixieren, erklärte die Polizei. Auch diese Aktion habe "rechtzeitig verhindert" werden können.

Ermittlungen gegen 18 Festgenommene

Drei Aktivisten hatten den Angaben zufolge Flugtickets für einen Flug nach München. Ein Passagier habe sich mit Sekundenkleber am Flugzeug nach München fixieren wollen, teilten die Beamten mit. Dies sei durch einen Passagier sowie einen anwesenden Polizisten und den Sicherheitsdienst des Flughafens verhindert worden. Man habe den Mann ebenfalls in Gewahrsam genommen.

Die insgesamt 18 Festgenommen müssen sich der Polizei zufolge nun in einem Ermittlungsverfahren verantworten. Sieben Aktivisten wurden nach Feststellung der Personalien entlassen. 

Über dieses Thema berichtete NDR 1 Welle Nord am 17. August 2020 um 16:00 Uhr.

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