Aktivisten von "Extinction Rebellion" demonstrieren in Berlin. | AFP

Bundesweite Proteste Klimaaktivisten fordern Kurswechsel

Stand: 15.06.2020 16:55 Uhr

Mit einer bundesweiten Protestwoche wollen Aktivisten von "Extinction Rebellion" den Druck auf Politik und Medien verstärken. In Berlin versammelten sie sich zu einer Kundgebung vor dem Wirtschaftsministerium. Proteste gab es auch in Hamburg.

Umweltaktivisten der Gruppe "Extinction Rebellion" haben vor dem Bundeswirtschaftsministerium in Berlin für mehr Klimaschutz demonstriert. Die Kundgebung soll 24 Stunden dauern und ist Teil einer Protestwoche, für die in 45 Städten in Deutschland bis zum 21. Juni Aktionen geplant sind. Nach Angaben der Organisatoren sollen neben Demonstrationen auch Kunstaktionen, Konzerte und Workshops stattfinden.

In Hamburg demonstrierten Aktivisten vor Gebäuden des "Spiegel" und des NDR. Themen wie Erdüberhitzung und der drohende ökologische Kollaps seien gemessen an ihrer Bedeutung in den Medien deutlich unterrepräsentiert, erklärten die Aktivisten in einem offenen Brief an die Redaktionen.

Dezentrale Proteste wegen Corona

Bereits in der vergangenen Woche hatten Mitglieder von "Extinction Rebellion" das Wasser der Spree im Berliner Regierungsviertel und in Zerre in der Lausitz sowie die Rur im nordrhein-westfälischen Düren grün gefärbt. Das sollte ein Zeichen gegen die Verschmutzung von Flüssen durch den Kohleabbau sein.

"Extinction Rebellion" zählt nach eigenen Angaben in mehr als 140 Ortsgruppen in Deutschland rund 20.000 Aktivistinnen und Aktivisten. Ursprünglich hatte die Klimaschutzbewegung für Anfang Mai eine sogenannte "Rebellionswelle" geplant. Diese musste aber wegen der Corona-Krise abgesagt werden. Aufgrund des Infektionsrisikos setzt die Bewegung jetzt auf dezentrale Proteste.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 15. Juni 2020 um 15:33 Uhr.