Trümmerteile eines Eurofighters liegen an der Absturzstelle.

Eurofighter-Abstürze "Die Piloten gehen ans Limit"

Stand: 25.06.2019 15:02 Uhr

Nach den Eurofighter-Abstürzen läuft die Suche nach der Ursache. Laut Luftwaffe hatte der getötete Pilot 400 Stunden Flugerfahrung. Militärexperte Wiegold sagte bei tagesschau24: "Die Piloten gehen ans Limit".

Der bei den Luftkampfübungen über Mecklenburg-Vorpommern verletzte Eurofighter-Pilot ist in einer gesundheitlich stabilen Lage. Er wurde bei dem Zusammenstoß nicht lebensgefährlich verletzt.

Nach Angaben der Luftwaffe handelt es sich um einen Fluglehrer mit mehr als 3700 Stunden Flugerfahrung. Der Getötete war demnach ein 27 Jahre alter ausgebildeter Kampfpilot mit etwa 400 Flugstunden. Er habe gerade eine Weiterbildung absolviert, sagte eine Luftwaffensprecher.

Der Militärexperte Thomas Wiegold wies bei tagesschau24 darauf hin, dass Luftkampfmanöver riskant seien. Die Piloten gingen in der Luft ans Limit, "das gehört bei Luftkampfübungen dazu. Da kann auch etwas schiefgehen." Aus der Sicht des Militärexperten spricht wenig für ein technisches Problem. Zwar fehlten bei der Bundeswehr Ersatzteile. "Aber wenn ein Flugzeug in die Luft geht, ist es sicher", so Wiegold.

Eurofighter-Zusammenstoß: Beide Flugschreiber gefunden
tagesschau 17:00 Uhr, 25.06.2019, Martin Möller, NDR

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Vorerst keine Eurofighter-Starts

Die zwei Eurofighter waren am Montag über der Müritz-Region zusammengestoßen und abgestürzt. Ihre Flugschreiber seien noch nicht gefunden worden, sagte der Presseoffizier des Geschwaders, das auf dem Luftwaffenstützpunkt Laage bei Rostock stationiert ist.

In dieser Woche würden von dort voraussichtlich keine Jets mehr starten. Da die Unglücksursache noch unklar sei, werde der Flugbetrieb ausgesetzt. Auch die Crews müssten den Vorfall erst verarbeiten. Normalerweise starten die Eurofighter aus Laage etwa 20 Mal pro Tag, hieß es. Das Gebiet, in dem sie fliegen, könne dabei jeden Tag wechseln, da es von der Deutschen Flugsicherung zugewiesen werde. Manchmal werde wie am Montag über der Seenplatte geflogen, manchmal auch über Niedersachsen, Schleswig-Holstein oder Brandenburg, sagte der Sprecher.

Die Untersuchung der Unfallstelle liegt in den Händen des Generals Flugsicherheit der Bundeswehr. Insgesamt 300 Bundeswehrangehörige sind im Einsatz, um die Unglücksorte zu sichern und Wrackteile zu bergen.

Rauch steigt nach dem Absturz eines Eurofighters in den Himmel | Bildquelle: WDR
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Rauch steigt nach dem Absturz eines Eurofighters in den Himmel

Schwerstes Eurofighter-Unglück

Für die Bundeswehr ist es das schwerste Unglück in Deutschland seit Jahren. Es ist zudem der erste Absturz eines deutschen Eurofighters.

Wiegold erinnerte bei tagesschau24 jedoch an einen Unfall vor fünf Jahren. Damals sei ein Eurofighter während einer Übung mit einem Learjet kollidiert. Während der Eurofighter beschädigt landen konnte, sei der Learjet abgestürzt. Laut Luftwaffe ist dieser Fall aber nicht mit dem Unglück in Mecklenburg-Vorpommern vergleichbar.

Linkspartei: Luftkampfübungen nicht nötig

Auch in der Politik ist der Absturz ein Thema. Die Linkspartei fordert ein Ende der militärischen Luftkampfübungen in Mecklenburg-Vorpommern. Sie seien nicht nötig und stellten eine Gefahr für Menschen sowie eine Belastung für die Umwelt dar, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Oppositionsfraktion im Schweriner Landtag, Peter Ritter.

Der CDU-Verteidigungsexperte Henning Otte verteidigte im Deutschlandfunk die Luftkampfübungen. "Die Bundeswehr muss dort üben, wo sie im Bedarfsfall auch verteidigt", sagte Otte. Er äußerte sein Unverständnis über die Forderung der Linkspartei.

Hintergrund: Der Eurofighter

Der Eurofighter ist ein von Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien entwickelter Kampfjet. Die deutsche Luftwaffe unterhält nach eigenen Angaben 140 Maschinen. Der typischerweise einsitzige Jet ist 15,9 Meter lang und fliegt mit bis zu zweifacher Schallgeschwindigkeit. Er kann sowohl für Luft-Luft- als auch für Luft-Boden-Einsätze bewaffnet werden.

Um das einstige europäische Prestigeprojekt gab es unter anderem in Deutschland lange politische Diskussionen. So wurden neben den Anschaffungskosten von mehr als 100 Millionen Euro pro Jet mehrmals technische Mängel an dem Flugzeug kritisiert. Deutschland hatte 2015 auch deshalb die Abnahme weiterer Flugzeuge kurzfristig ausgesetzt.

Für den Export wird der Eurofighter als "Typhoon" vermarktet. Nach Hersteller-Angaben wurden bisher mehr als 500 Maschinen an sieben Länder ausgeliefert.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 25. Juni 2019 um 10:00 Uhr.

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