Ein Eurofighter stürzt vom Himmel | Bildquelle: Thomas Steffan/dpa

Nach Absturz zweier Jets Trauer um verstorbenen Eurofighter-Piloten

Stand: 24.06.2019 20:57 Uhr

Nach dem Tod eines Eurofighter-Piloten herrscht in der Luftwaffe und der Regierung Trauer. Die Kollision ereignete sich in Mecklenburg-Vorpommern. Die Bundeswehr übernahm die Ermittlungen nach der Unfallursache.

Bei ihrem Besuch der Absturzstelle zweier Eurofighter hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sich bestürzt über den Tod eines Piloten gezeigt. Dies sei ein "Tag der Trauer. Unser Mitgefühl und unsere Gedanken sind vor allem bei seinen Angehörigen und seinen Kameradinnen und Kameraden", fügte von der Leyen hinzu.

Bundesregierung trauert

Auch die Bundesregierung äußerte ihre Trauer über den Tod des Soldaten. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig äußerte sich in Berlin "sehr bestürzt" über das Unglück. Zugleich dankte sie den vielen Rettungskräften, die vor Ort im Einsatz waren.

Für die Bundeswehr ist es das schwerste Unglück in Deutschland seit Jahren. Es ist zudem der erste Absturz eines deutschen Eurofighters. Die Truppe hat nun die Suche nach der Ursache für das Unglück übernommen. Da die Aufarbeitung des Unglücks mit einem toten und einem verletzten Pilot im Zuständigkeitsbereich der Luftwaffe liege, seien alle Ermittlungen der Bundeswehr übergeben worden, teilte das Polizeipräsidium Neubrandenburg mit. Erkenntnisse erhofft sich die Bundeswehr von den Flugdatenschreibern der Maschinen.

Eurofighter-Pilot stirbt nach Kollision mit zweitem Jet
tagesthemen 21:47 Uhr, 24.06.2019, Martin Möller, NDR

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Zusammenstoß bei Übung

Der Unfall ereignete sich gegen 14 Uhr mittags. Bei einer Übung in Mecklenburg-Vorpommern, an der insgesamt drei unbewaffnete Jets teilnahmen, stießen zwei von ihnen zusammen und stürzten auf unbewohntem Gebiet ab. Beide Piloten konnten sich mit dem Schleudersitz aus ihren Jets befreien. Den Überlebenden fanden Sicherheitskräfte in einem Baum - dort hatte sich sein Fallschirm verfangen. Er wurde verletzt in die Uniklinik Rostock gebracht.

Durch einen Großeinsatz gelang es der Feuerwehr, die Brände an den Absturzstellen schnell zu löschen. Auch Zivilisten oder Anwohner wurden nicht verletzt. Da einzelne Trümmerteile mehrere Kilometer von den Absturzorten entfernt liegen, warnt die Polizei weiterhin davor, Wrackteile zu berühren.

Hintergrund: Der Eurofighter

Der Eurofighter ist ein von Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien entwickelter Kampfjet. Die deutsche Luftwaffe unterhält nach eigenen Angaben 140 Maschinen. Der typischerweise einsitzige Jet ist 15,9 Meter lang und fliegt mit bis zu zweifacher Schallgeschwindigkeit. Er kann sowohl für Luft-Luft- als auch für Luft-Boden-Einsätze bewaffnet werden.

Um das einstige europäische Prestigeprojekt gab es unter anderem in Deutschland lange politische Diskussionen. So wurden neben den Anschaffungskosten von mehr als 100 Millionen Euro pro Jet mehrmals technische Mängel an dem Flugzeug kritisiert. Deutschland hatte 2015 auch deshalb die Abnahme weiterer Flugzeuge kurzfristig ausgesetzt.

Für den Export wird der Eurofighter als "Typhoon" vermarktet. Nach Hersteller-Angaben wurden bisher mehr als 500 Maschinen an sieben Länder ausgeliefert.

"Glück im Unglück"

Die Anwohner vor Ort sind dennoch entsetzt. "Ich bin von Bürgern angerufen worden, die am Drewitzer See waren und den Zusammenstoß der beiden Maschinen sahen", berichtet die Bürgermeisterin des Ortes Nossentiner Hütte, Birgit Kurth. "Wir haben Glück im Unglück gehabt."

Die Maschinen gehörten zum Luftwaffengeschwader 73 "Steinhoff", das in Laage bei Rostock stationiert ist. Seine Hauptaufgabe ist die Ausbildung der deutschen Eurofighter-Piloten. Bei Bedarf ist das Geschwader gemeinsam mit zwei anderen Jagdverbänden auch für die Sicherung des deutschen Luftraums zuständig.

Eurofighter-Crash über Mecklenburg-Vorpommern
NDR//AKTUELL/EXTRA, 24.06.2019

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Juni 2019 um 15:00 Uhr und um 20:00 Uhr.

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