Das Eszett als Großbuchstabe | Bildquelle: dpa

Neue Rechtschreibregeln Das "scharfe S" jetzt auch in groß

Stand: 29.06.2017 12:05 Uhr

Es sieht aus wie eine Mischung aus einem klein geschriebenen "ß" und einem großen "B": Das Eszett, das es als Beschluss des Rates für deutsche Rechtschreibung ab sofort auch als Großbuchstaben gibt. Wichtig ist das vor allem für das Schreiben von Eigennamen in Ausweisen.

21 Jahre nach der umstrittenen Rechtschreibreform ist das amtliche Regelwerk erneut an einigen Stellen geändert worden. Nun gibt es das Eszett, das "scharfe S", auch offiziell als Großbuchstaben. Es sieht aus wie ein Mittelding zwischen dem bisherigen, klein geschriebenen "ß" und einem groß geschrieben "B".

Vor allem für die korrekte Schreibung von Eigennamen in Pässen und Ausweisen sei dies wichtig, teilte der Rat für deutsche Rechtschreibung in Mannheim mit. Bisher hatten zum Beispiel Menschen mit dem Nachnamen Meißner ein Problem: Wenn in einem Ausweisdokument wegen der Großschreibung der Buchstaben anstelle des "ß" ein Doppel-"S" steht, bleibt unklar, ob sie "Meissner" oder "Meißner" heißen.

Ketchup statt Ketschup

Amtlich zulässig ist jetzt auch die Großschreibung des Adjektivs in Fällen wie "Goldene Hochzeit" und "Neues Jahr". Darüber hinaus passte der Rechtschreibrat einzelne Wortschreibungen an den weit überwiegenden Schreibgebrauch an. Er strich zum Beispiel die eingedeutschte Schreibweise "Ketschup", die kaum verwendet wurde. Zulässig ist jetzt nur noch Ketchup.

Die Rechtschreibreform von 1996 hatte zu vielen Debatten geführt. Jahrelang tobte ein Streit um die richtige Schreibweise von Delfin oder Delphin, Fuss oder Fuß, Schifffahrt oder Schiffahrt. Der daraufhin eingesetzte Rechtschreibrat suchte nach Kompromisslösungen.

Maßgebliche Instanz für Orthografie

Seit 2004 ist der Rat die maßgebliche Instanz in Fragen der Orthografie. Er hat Mitglieder aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, dem Fürstentum Liechtenstein, der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol und der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens. Die deutsche Kultusministerkonferenz und die staatlichen Stellen der anderen Länder bestätigten die neuen Änderungen, die der Rat beschlossen hat, und machten sie damit wirksam.

Über dieses Thema berichtete der MDR am 29. Juni 2017 um 12:30 Uhr.

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