Zwei Teilnehmer der Proteste zum 1. Mai in Berlin-Kreuzberg stehen zwischen Polizeibeamten. | CLEMENS BILAN/EPA-EFE/Shuttersto

1. Mai Polizei löst Proteste in Berlin und Hamburg auf

Stand: 02.05.2020 09:43 Uhr

Trotz des Versammlungsverbots in der Corona-Krise haben sich am Abend des 1. Mai in Berlin und Hamburg Hunderte Menschen zu Protesten versammelt. Die Polizei berichtet von Rangeleien und Festnahmen.

Trotz des in der Corona-Krise geltenden Verbots haben sich am Abend des 1. Mai in Berlin und Hamburg jeweils Hunderte Menschen zu unerlaubten Demonstrationen versammelt.

In Berlin-Kreuzberg waren mehr als 1000 Menschen dicht an dicht auf Straßen und Plätzen unterwegs. Nach Einbruch der Dunkelheit kam es zu Rangeleien mit Polizisten. Vereinzelt seien Flaschen und Steine geflogen, Einsatzkräfte seien verletzt worden, twitterte die Polizei. Nach Angaben von Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik gab es bislang 50 Festnahmen.

Beamte mit Helmen zogen immer wieder Einzelne aus der Menge. Es war teils heftiger Widerstand zu beobachten. Die Polizei sei aber konsequent eingeschritten, sagte Polizeipräsidentin Slowik. Neben den Festnahmen seien bei fast 100 Personen die Personalien festgestellt worden. Zudem sollten sechs Menschen einem Haftrichter vorgeführt werden.

Ausschreitungen im Hamburger Schanzenviertel

Mit Einsatz eines Wasserwerfers löste die Polizei am späten Abend im Hamburger Schanzenviertel eine nicht genehmigte Versammlung linker Demonstranten auf. Zuvor seien die Beamten mit Gegenständen beworfen worden, sagte eine Polizeisprecherin. Zudem hätten die Demonstranten Mülltonnen auf die Straße gezogen und Pyrotechnik gezündet. Polizisten rückten schließlich vor und räumten das Schulterblatt vor dem linksautonomen Zentrum Rote Flora.

Einheiten der Polizei sichern den Bereich vor der Roten Flora im Hamburger Schanzenviertel. | dpa

Einheiten der Polizei sichern den Bereich vor der Roten Flora im Hamburger Schanzenviertel. Bild: dpa

Schon zuvor hatten sich auf der Reeperbahn rund 350 linke Demonstranten trotz des coronabedingten Versammlungsverbots eingefunden. Auch diese Versammlung wurde von der Polizei aufgelöst. In einer Seitenstraße der Reeperbahn seien Polizisten zudem von einer Gruppe von etwa 20 Menschen mit Pfefferspray angegriffen worden. Drei Beamte hätten Augenreizungen erlitten, die Angreifer seien entkommen, sagte die Polizeisprecherin. Kurze Zeit später sei in der Nähe des Fischmarkts der Geldautomat einer Bankfiliale mit Bodenplatten beworfen worden. Vier Tatverdächtige seien festgenommen worden.

Größere Versammlungen während Corona-Krise verboten

Ursprünglich hatten Linksextremisten in Hamburg für Freitagabend zu einer "Revolutionären 1. Mai-Demo" aufgerufen. Der Aufzug war allerdings untersagt worden. In Berlin war die gleiche Protestveranstaltung, bei der es in früheren Jahren immer wieder zu Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen war, abgesagt worden. Linke und Linksautonome hatten im Internet aber zu spontanen Aktionen aufgerufen.

Größere Ansammlungen von Menschen sind wegen der Pandemie verboten. Die Teilnahme an nicht genehmigten Demonstrationen ist derzeit eine Straftat.

Über dieses Thema berichteten am 02. Mai 2020 tagesschau24 um 09:00 Uhr und die tagesschau um 09:50 Uhr.