SEK Beamte mit Atemschutzmasken und Schutzanzügen steigen in einen Krankenwagen. | Bildquelle: dpa

Festgenommener Islamist Entschlossen zum Rizin-Anschlag

Stand: 03.08.2018 15:34 Uhr

Als im Juni der Tunesier Sief Allah H. in Köln festgenommen wurde, fand man eine große Zahl Rizin bei ihm. Nun ist der Generalbundesanwalt sicher: Der Islamist wollte an einem belebten Ort einen Sprengsatz zünden.

Nach dem Fund von hochgiftigem Rizin zum Bombenbau in einer Kölner Wohnung erhärtet sich der Terrorverdacht gegen den in Untersuchungshaft sitzenden Islamisten Sief Allah H. Die Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass der Tunesier tatsächlich vorhatte, einen Anschlag in Deutschland zu begehen.

"Er wollte an einem geschlossenen und belebten Ort einen Sprengsatz mit einer mit Rizin präparierten Splitterladung zünden", teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Ob er schon ein konkretes Ziel ins Auge gefasst habe, sei nicht bekannt.

Rizinfund Köln-Chorweiler | Bildquelle: dpa
galerie

Ein Feuerwehrmann trägt vor dem Wohnkomplex Osloerstr. 3 in Köln-Chorweiler eine Tonne mit einer möglicherweise toxischen Substanz heraus. Das Rizin wurde im Juni gefunden.

Vor diesem Hintergrund wurde der Haftbefehl gegen H. am Mittwoch durch den Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs um den dringenden Tatverdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat erweitert, wie die Bundesanwaltschaft weiter mitteilte. Zudem umfasst der Haftbefehl nun auch den Vorwurf der versuchten Mitgliedschaft in der Terrormiliz "Islamischer Staat". Bisher ging es um einen Anfangsverdacht.

Zwei Komplizen in Tunesien festgenommen

Nach Angaben der Strafverfolger gibt es bislang keine Anhaltspunkte dafür, dass über H. und seine als Helferin inhaftierte Ehefrau Yasmin H. weitere in Deutschland ansässige Menschen in die Anschlagsplanungen eingebunden waren.

Unterdessen sind in Tunesien zwei mutmaßliche Komplizen von Sief Allah H. festgenommen worden. Wie das Innenministerium in Tunis mitteilten, hatten die beiden Verdächtigen Verbindungen zu ihm. Sie wurden am 26. Juli inhaftiert.

Der damals 29-jährige Tunesier H. war am 12. Juni in einem Wohnhaus in Köln-Chorweiler festgenommen worden. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft hatte er bereits hochgiftiges Rizin hergestellt. Zudem fanden die Ermittler bei ihm zahlreiche Rizinussamen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. August 2018 um 15:00 Uhr.

Darstellung: