Erhard Eppler | Bildquelle: dpa

Mit 92 Jahren SPD-Vordenker Erhard Eppler gestorben

Stand: 19.10.2019 18:34 Uhr

Erhard Eppler ist tot. Er galt als Urgestein und Vordenker der SPD. Schon früh machte er den Umweltschutz und die Friedensbewegung zu seinen Kernanliegen - und legte sich dadurch mit der Partei an.

Der SPD-Politiker Erhard Eppler ist tot. Er starb am Samstag im Alter von 92 Jahren in seiner Wahlheimat Schwäbisch Hall, wie die SPD Baden-Württemberg mitteilte. "Wir sind Erhard Eppler unendlich dankbar für das, was er uns alles gegeben hat. Er war eine herausragende Persönlichkeit der Sozialdemokratie, im Bund und in Baden-Württemberg, dessen Wertefundament und Prinzipientreue für uns wegweisend bleiben werden", sagte der Partei- und Fraktionsvorsitzende in Baden-Württemberg, Andreas Stoch.

Die kommissarische SPD-Vorsitzende Malu Dreyer würdigte Eppler "als einen großen Vordenker in unseren Reihen". Sie erinnerte in einer Mitteilung unter anderem an Epplers "glühende Leidenschaft für ein vereintes und soziales Europa des solidarischen Miteinanders".

Viele Ämter in SPD und Regierung

Der promovierte Gymnasiallehrer Eppler wurde 1926 in Ulm geboren. 1956 kam er zur SPD und übernahm dort im Laufe der Jahrzehnte eine Vielzahl an Ämtern und Funktionen. So wurde er 1968 Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit unter Kanzler Kurt Georg Kiesinger. Knapp sechs Jahre später legte er den Posten im Streit mit Brandts Nachfolger Helmut Schmidt (SPD) nieder.

SPD-Politiker Erhard Eppler gestorben
tagesschau 17:00 Uhr, 19.10.2019, Stefan Maier, SWR

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"Immer auf der Höhe der Zeit"

Schon früh vertrat Eppler Positionen im Bereich Umweltschutz und Ökologisierung oder in der Friedensbewegung, die heute eher von den Grünen eingenommen werden - und stand damit nicht selten im Widerspruch zur Parteilinie. "Er war immer auf der Höhe der Zeit, wie es Willy Brandt von uns Sozialdemokraten so eindringlich eingefordert hat", betonte Stoch. "Dabei hat er es anderen nicht immer leicht gemacht. Sich selbst aber auch nicht."

Die "Kassandra" der SPD

Im Sommer 1991 verabschiedete sich Eppler aus allen politischen Funktionen, aber nicht aus der öffentlichen Debatte. Zu seinem 90. Geburtstag 2016 sagte die Vorsitzende der SPD-Grundwertekommission, Gesine Schwan, Eppler habe oft wie eine "Kassandra" gewirkt. Kassandra sieht in der griechischen Mythologie das Unheil voraus, aber sie wird nicht gehört. "An ihm kann man sehen, dass man der Sache nach Recht behalten kann, auch wenn man keine Mehrheiten bekommen hat", sagte Schwan damals.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 19. Oktober 2019 um 14:15 Uhr.

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