Energydrinks stehen in einem Regal in einem Supermarkt | Bildquelle: imago/Manfred Segerer

Studie der DAK Jeder fünfte Schüler trinkt Energydrinks

Stand: 03.09.2019 14:19 Uhr

Sie sind süß und sie putschen auf: Energydrinks werden laut einer Studie von fast 20 Prozent der Jugendlichen getrunken. Regelmäßiger Konsum geht auf die Gesundheit. Die Grünen fordern daher Einschränkungen im Verkauf.

Fast jedes fünfte Schulkind zwischen zehn und 17 Jahren trinkt regelmäßig Energydrinks. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie der Krankenkasse DAK und des Institutes für Therapie- und Gesundheitsforschung. Bei vielen Jugendlichen rufe regelmäßiger Konsum gesundheitliche Folgen hervor.

Befragt wurden bundesweit rund 14.000 Jungen und Mädchen aus mehr als 900 Schulklassen der Jahrgangsstufen fünf bis zehn. Das Ergebnis: 19 Prozent der befragten Jugendlichen greifen mindestens einmal im Monat zu einem Energydrink, sechs Prozent tun es wöchentlich und drei Prozent trinken sogar jeden Tag einen der Drinks. Bei Jungen sind die Getränke beliebter als bei als Mädchen - zwei Drittel der Schüler, die angaben, täglich einen Energydrink zu sich zu nehmen, waren Jungen.

Häufiger Schlafprobleme bei Konsumenten

"Doch gerade für Heranwachsende sind aufputschende Softdrinks bedenklich", warnt DAK-Chef Andreas Storm. "Sie enthalten viel Koffein, sind extrem gesüßt und stecken voller synthetischer Zusatzstoffe." Besonders deutlich werden die möglichen Auswirkungen auf die Gesundheit bei der Gruppe der täglichen Konsumenten. Fast zwei Drittel der Jugendlichen gaben an, Probleme beim Ein- oder Durchschlafen zu haben. Bei den befragten Jugendlichen, die keine Energydrinks trinken, betrug die Quote nur rund 40 Prozent.

Untersuchungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zufolge bestehen für Jugendliche Gesundheitsrisiken, wenn sie am Tag mehr als drei Milligramm Koffein pro Kilogramm zu sich nehmen. Als Beispiel: Ein 13-Jähriger mit einem Körpergewicht von etwa 54 Kilogramm hat dieses Pensum mit zwei Energydrinks pro Tag erreicht.

24 Stück Würfelzucker in zwei Dosen

Ebenso haben in der Gruppe der täglichen Energydrink-Konsumenten der DAK-Studie zufolge fast doppelt so viele Schüler Übergewicht wie unter den Jugendlichen, die keine solche Drinks zu sich nehmen. Nach Angaben der Verbraucherzentrale enthalten 500 Milliliter - also etwa zwei Dosen Energydrinks - bis zu 70 Gramm Zucker, was in etwa 24 Stück Würfelzucker entspricht. Weitere Folgen des regelmäßigen Konsums sind laut DAK Hyperaktivität und Konzentrationsstörungen, die Verbraucherzentrale warnt bei übermäßigem Konsum des Weiteren vor Herzrasen, Herz-Rhytmusstörungen, Kopfschmerzen bis hin zum möglichen Kreislaufkollaps.

Grüne fordern: Verkauf erst ab 16 Jahren

In der Politik haben die koffeinhaltigen Drinks eine Debatte über eventuelle Verkaufseinschränkungen der Getränke hervorgerufen. Klare Befürworterin des Vorschlags ist die Grünen-Politikerin Renate Künast: "Diese Drinks sind keine Limonaden, sondern für jeden zehnten Jugendlichen in Deutschland eine Gesundheitsgefahr", warnte sie und bezog sich damit auf Angaben des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR), das Ende Mai vor Gesundheitsrisiken für Kinder und Jugendliche durch Energydrinks gewarnt hatte. Für Künast wäre eine Altersbeschränkung beim Verkauf von Energydrinks die passende Lösung - erst ab 16 Jahren sollten solche Drinks an Jugendliche herausgegeben werden.

Widerspruch kam aus den Reihen der CDU. "Verkaufsverbote sind keine Lösung", konterte Unionsfraktionsvorsitzende Gitta Connemann und bezeichnete den Vorstoß der Grünen als "Verbotspolitik" und "Angstmacherei". "Was käme als nächstes? Kaffee?"

Zudem habe der Gesetzgeber bereits reagiert, um die Risiken, die durch Energydrinks entstehen können, einzuschränken. Die Höchstmenge an Koffein, das in solchen Drinks enthalten sein darf, sei begrenzt worden. Ebenso seien ab einem bestimmten Koffeingehalt Warnhinweise Pflicht.

Seit 2014 müssen Energydrinks mit mehr als 150 Milligramm Koffein pro Liter den Hinweis "erhöhter Koffeingehalt" tragen, zudem die Warnung, dass das Getränk "für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen" wird.

In einem Punkt stimmte Connemann Künast allerdings zu: "Im Pausenkiosk haben Energydrinks nichts verloren."

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 03. September 2019 um 14:18 Uhr.

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