Bühne mit Instrumenten, Menschen und Licht. | picture alliance/dpa/Sebastian H

Steigende Energiekosten Finanzhilfe für die Kulturbranche

Stand: 14.10.2022 14:07 Uhr

Kulturstaatsministerin Roth plant "eine Art 'Kulturfonds Energie'". Das Geld soll aus dem Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen kommen - mindestens eine Milliarde Euro. Greifen soll die Hilfe ab Januar.

Kulturstaatsministerin Claudia Roth hat angesichts der hohen Energiekosten Hilfe für Kultureinrichtungen vom Bund angekündigt. Es solle "eine Art 'Kulturfonds Energie'" bereitgestellt werden, sagte die Grünen-Politikerin der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Greifen soll die Hilfe ab 1. Januar, dann rückwirkend vom Oktober an, sagte Roth. Sie versprach "eine substanzielle Summe", erwartet aber im Gegenzug, "dass Kultureinrichtungen sich solidarisch verhalten und alles dafür tun, Energie einzusparen". Bei den vom Bund geförderten Einrichtungen seien als Ziel 20 Prozent Energieeinsparungen vorgegeben worden. "Und das machen auch viele jetzt schon."

Bundesweit einheitliches Vorgehen angestrebt

Um das Programm zu finanzieren, sollen Gelder aus dem Sonderfonds für Kulturveranstaltungen umgewidmet werden, die bisher nicht abgerufen wurden. Laut Roth handelt es sich dabei um eine Summe von "mindestens einer Milliarde Euro". "Wie viel Geld tatsächlich noch da ist, ermitteln wir gerade zusammen mit dem Bundesfinanzminister", sagte Roth.

Die Kulturstaatsministerin will das Energiepaket in enger Abstimmung mit den Ländern auf den Weg bringen. "Es darf nicht noch mal passieren, dass Konzerte mit internationalen Acts gar nicht stattfinden können, weil in Nordrhein-Westfalen die Regeln ganz anders sind als in Bayern oder Berlin."

Deshalb forderte sie die Länder auf, die Kulturbranche in der Energiekrise ebenfalls zu unterstützen. Ziel ihres Fonds sei es, die Schließung von Kultureinrichtungen unbedingt zu vermeiden: "Wir können es uns nicht leisten, und wir wollen es uns nicht leisten, dass, ähnlich wie in den ersten zwei Jahren der Pandemie, die Kultureinrichtungen geschlossen werden, denn dann hat unsere Demokratie keine Stimme mehr", sagte Roth. Sie wolle, "dass Museen, Theater, Kinos auch Räume sind, die Menschen Bildung, Kommunikation und soziale Wärme ermöglichen".