Hintergrund

Kernpunkt des Aktionsplans Energieeffizienz Von Elektrogeräten bis zum Verkehr

Stand: 03.12.2014 14:59 Uhr

Der Nationale Aktionsplan Energieeffizienz umfasst ein Bündel von Maßnahmen, die von Verbrauchern über Kommunen und Industriebetriebe bis hin zu Bauern zahlreiche Gruppen betreffen. Ein Überblick über die zentralen Punkte.

Gebäude

Wer sein Wohneigentum saniert, um weniger Energie zu verbrauchen, kann die Ausgaben dafür künftig von der Steuer absetzen. Die Regierung stellt dafür von 2015 bis 2019 jährlich eine Milliarde Euro bereit. Geprüft wird zudem, ob diese Förderung auch für vermietete Wohnungen und Häuser gelten soll.

Wer sich Expertenrat holen will, kann künftig etwas mehr Geld sparen: Bei der sogenannten Vor-Ort-Beratung werden ab März 60 statt bisher 50 Prozent der Kosten vom Staat bezahlt; die Höchstbeträge werden angehoben.

Heizungen

Ab 2016 sollen alle mehr als 15 Jahre alten Heizungsanlagen ein "Energielabel" erhalten, zum Beispiel vom Schornsteinfeger. Die Kennzeichnung soll den Energieverbrauch darstellen. Dazu soll es Hinweise auf Beratungsangebote geben. Die Regierung verspricht sich davon mehr Motivation, ineffiziente Heizungen auszutauschen. Außerdem soll im nächsten Jahr der "Heizungs-Check" weiterentwickelt werden. Dabei können sich Eigentümer von Fachleuten konkrete Verbesserungsvorschläge machen lassen.

Elektrogeräte

Die bekannte Kennzeichnung von Geräten mit den Buchstaben A bis G für niedrigen bis hohen Stromverbrauch soll weiterentwickelt werden. Hintergrund ist, dass die oberste Klasse bereits bis zur Kennzeichnung A+++ aufgefächert wurde. Bei der Neufassung sollen die obersten Klassen so strenge Vorgaben haben, dass sie zunächst gar nicht vergeben werden.

Die Regierung will zudem, dass sämtliche Geräte und ihre Energiedaten in einer Online-Datenbank abrufbar sind, so dass Kunden leichter effiziente Produkte finden können. Alle diese Fragen müssen allerdings auf EU-Ebene geklärt werden. Außerdem soll nächstes Jahr das Pilotprogramm "Einsparzähler" starten, bei dem der Energieverbrauch einzelner Geräte im Haushalt analysiert wird. Nach einem Austausch des Geräts lässt sich dann genau beziffern, wie viel Energie - und Geld - gespart wird.

Verkehr

Die Regierung hält trotz schwacher Zulassungszahlen daran fest, dass 2020 rund eine Million E-Autos auf deutschen Straßen fahren. Dazu will sie ab 2015 gemeinsam mit den Ländern Elektroautos für die eigenen Fuhrparks kaufen. Zudem wird eine Förderung der gewerblichen Nutzung geprüft.

Autofahrer sollen beim Kauf eines Neuwagens einen Gutschein für eine Sprit-Spar-Schulung erhalten. Mitarbeiter der Bundesverwaltung wiederum sollen verstärkt öffentliche Verkehrsmittel nutzen.

Industrie

Bereits gestartet wurden die Initiative "Energieeffizienznetzwerke" - hier können sich Firmen, unterstützt von Fachleuten, über ihre Erfahrungen austauschen. Bis 2020 soll es rund 500 Netzwerke mit einheitlichen Standards geben. Gefördert werden sollen auch Bemühungen von benachbarten Firmen, etwa im Gewerbegebiet, gemeinschaftlich Energie zu sparen.

Die Regierung wünscht sich außerdem mehr branchenspezifische Kampagnen für das Thema. Ein weiterer Aspekt ist "vermeidbare industrielle Abwärme" - sie soll verringert werden. Die Regierung überlegt hier etwa, Isoliermaßnahmen zu fördern.

Landwirtschaft

Landwirte können sich schon jetzt zu Fragen der Energieeffizienz beraten lassen, tun dies nach Angaben der Regierung aber nur selten. Das Förderprogramm soll deshalb neu aufgelegt werden.

Kommunen

Die Regierung will ein Förderprogramm starten, das Energieberater für Kommunen finanziert. So sollen Energiesparpotenziale zum Beispiel von kommunalen Gebäuden genutzt werden. Eine Förderung soll es auch für Energieanalysen von Kläranlagen geben.

Quelle: AFP