Menschen gehen durch eine zerbombte Straße in Berlin | Bildquelle: REUTERS

Gedenken an Kriegsende "Richtige Lehren für die Zukunft ziehen"

Stand: 08.05.2020 07:34 Uhr

Heute vor 75 Jahren endete der Zweite Weltkrieg in Europa. Vielerorts finden Gedenkveranstaltungen statt. Bundestagspräsident Schäuble mahnt, aus der Vergangenheit die richtigen Lehren zu ziehen.

Mit zahlreichen Veranstaltungen gedenkt Deutschland heute des Endes des Zweiten Weltkrieges und der Befreiung vom Nationalsozialismus. In Berlin soll eine Kranzniederlegung an der Neuen Wache, der zentralen Gedenkstätte der Bundesrepublik für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, mit den Spitzen der fünf Verfassungsorgane stattfinden. Daran teilnehmen werden Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie die Präsidenten des Bundestags, Bundesrats und Bundesverfassungsgerichts, Wolfgang Schäuble, Dietmar Woidke und Andreas Voßkuhle. Im Anschluss wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eine Rede halten.

Steinmeier hatte eigentlich einen Staatsakt angeordnet - die höchste mögliche Form der Würdigung eines Ereignisses durch den Staat. Die Veranstaltung vor dem Reichstagsgebäude wurde jedoch wegen der Corona-Pandemie abgesagt.

Bislang hatte es nur einmal einen Staatsakt am 8. Mai gegeben, 1995 unter Bundespräsident Roman Herzog. Zehn Jahre vorher hatte der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker den 8. Mai 1945 in einer viel beachteten Rede im Bundestag als "das Ende eines Irrweges deutscher Geschichte" bezeichnet. Er betonte: "Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung."

"Die Scham für das, was damals passiert ist"

In einem Interview mit dem BR sagte nun Bundestagspräsident Schäuble, dass die Frage, ob der 8. Mai ein Tag der Befreiung oder der Niederlage sei, auch weiter diskutiert werden könne und dürfe. Das sei aber nicht der zentrale Punkt. Entscheidend sei es, die richtigen Lehren für die Zukunft zu ziehen.

"Für uns Deutsche ist es eben das Bekenntnis zu unserer Verantwortung, die Scham für das, was damals passiert ist, und die Entschiedenheit, alles zu tun, dass Frieden, Freiheit, Demokratie, Menschenwürde, die Würde jedes Menschen in Zukunft immer gesichert sind, das können wir nur gemeinsam mit anderen."

Eine der wichtigsten Errungenschaften nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sei die europäische Einigung. "Am Tag nach dem 8. Mai ist der 9. Mai." Dann werde man daran erinnern, "dass vor 70 Jahren Robert Schuman, ein Franzose, die Initiative für die europäische Einigung ergriffen hat. Und beides gehört ja für uns Deutsche und Europäer zusammen".

Wolfgang Schäuble | Bildquelle: dpa
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Schäuble mahnte an, die richtigen Lehren aus dem Ende des Zweiten Weltkrieges zu ziehen.

Antisemitismusbeauftragter fordert bundesweiten Feiertag

In Berlin ist der 8. Mai zum 75. Jahrestag einmalig ein Feiertag. In der Debatte, ob der Tag auch bundesweit ein Feiertag werden soll, meldete sich nun der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, zu Wort. Den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte er: "Gerade weil der Umgang mit dem Erbe des Holocaust und des Zweiten Weltkriegs so zentral ist für die deutsche Identität und das auch bleiben muss, ist es angemessen, dem Ende des Krieges mit einem eigenen Feiertag zu gedenken."

Das Auschwitz-Komitee hatte bereits im Januar die Einführung des bundesweiten Feiertages gefordert, Politiker von Grünen und Linken hatten sich damals ebenfalls dafür ausgesprochen.

Katja Kipping, Die Linke, zum möglichen Feiertag am 8. Mai
tagesschau 09:00 Uhr, 08.05.2020

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Gedenken in Europa

Auch in anderen Staaten wird heute des Kriegsendes gedacht. Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron will an der Seite von Militärs an einer Feier am Triumphbogen teilnehmen. In London will Queen Elizabeth II. eine Fernsehansprache halten - genau 75 Jahre nach der Ansprache ihres Vaters, König George VI., im Radio.

Die traditionelle Siegesparade in Moskau am 9. Mai wird dieses Jahr allerdings entfallen. Russlands Präsident Wladimir Putin wollte den Jahrestag des Sieges über Hitler-Deutschland eigentlich mit Staats- und Regierungschefs aus aller Welt feiern. Die geplante Militärparade wurde jedoch verschoben. Die Sowjetunion zählte im Zweiten Weltkrieg 27 Millionen Tote - mehr als jedes andere Land.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. Mai 2020 um 09:00 Uhr.

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