Frau mit Mundschutz am Flughafen Frankfurt | Bildquelle: dpa

Corona-Pandemie Pauschale Reisewarnung läuft aus

Stand: 09.09.2020 14:26 Uhr

Wegen der Corona-Pandemie warnt die Bundesregierung noch immer pauschal vor Reisen in nahezu alle Staaten außerhalb Europas. Ab Oktober wird sich das ändern: Für jedes Land soll es dann eine eigene Lagebewertung geben.

Die pauschale Reisewarnung für fast alle gut 160 Länder außerhalb der EU und des Schengen-Raums wird am 30. September enden. Vom 1. Oktober an soll es nach einem Beschluss des Bundeskabinetts dann auf die Lage in den einzelnen Staaten zugeschnittene Bewertungen geben, wie die Nachrichtenagentur dpa aus Regierungskreisen erfuhr.

Kaum Auswirkungen für Reisende

An den Reisemöglichkeiten werde sich dadurch in der Praxis wohl wenig ändern, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes. Allerdings gehe man zu einem differenzierten System über. Es werde vermutlich so sein, dass für Staaten, die als Risikogebiete gelten, weiter eine Reisewarnung ausgesprochen werden könne.

Die pauschale Verlängerung war zuletzt vor allem von der Reisebranche kritisiert worden. Der Reiseverband DRV hatte nach früheren Entscheidungen von einem "falschen Signal" gesprochen. Hauptkritikpunkt war, dass die Reisewarnung bislang pauschal für mehr als 80 Prozent der Länder dieser Welt gilt - und zwar unabhängig von der Einstufung einzelner Länder als Risikogebiet. Nur in Europa wird die Lage bislang differenziert betrachtet.

Reisewarnung ermöglicht kostenlose Stornierung

Eine Reisewarnung ist kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung haben. Allerdings hat sie auch eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren.

Am 17. März hatte Bundesaußenminister Heiko Maas wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen eine beispiellose Maßnahme verkündet: Eine Warnung vor touristischen Reisen in alle rund 200 Länder der Welt. Erst im Juni - unmittelbar vor Beginn der Haupturlaubszeit - wurden die Länder der Europäischen Union, des grenzkontrollfreien Schengen-Raums sowie Großbritannien, Andorra, Monaco, San Marino und der Vatikanstaat ausgenommen.

Unterschied zwischen Reisewarnung und Reisehinweis

Reisewarnung: Laut Auswärtigem Amt werden Reisewarnungen ausgesprochen, wenn davon ausgegangen werden muss, dass jedem Reisenden eine konkrete Gefahr für Leib und Leben droht. Gegebenenfalls wird auch nur vor Reisen in bestimmte Regionen eines Landes gewarnt (Teilreisewarnung). Deutsche, die in diesem Land oder dieser Region leben, werden gegebenenfalls zur Ausreise aufgefordert. Für den Fall einer Reisewarnung können Urlauber in der Regel kostenfrei stornieren. Das gilt für Buchungen nach deutschem Recht. Für Buchungen bei einem ausländischen Anbieter kann dagegen das Recht des dortigen Landes gelten.

Reisehinweis: Die Reisehinweise des Auswärtigen Amts enthalten Informationen zu den für Reisende aktuell relevanten Besonderheiten eines Landes, den Einreisebestimmungen in fremde Länder, zu Zollvorschriften und strafrechtlichen Vorschriften und zu medizinischen Hinweisen - was während der Corona-Pandemie von besonderer Bedeutung ist. Mit seinen Reisehinweisen will das Auswärtige Amt Reisenden eine informierte Entscheidung ermöglichen. Je nach Einschätzung der Sicherheitslage können die Hinweise die Empfehlung enthalten, Reisen einzuschränken oder auf sie zu verzichten. Ein Anspruch auf kostenfreie Stornierung haben Urlauber in der Regel nicht. 

Weltweite Reisewarnung noch bis Ende September
Sophie von der Tann, ARD Berlin
09.09.2020 19:17 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. September 2020 um 14:00 Uhr.

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