"Wir sind zurück!" steht am Schaufenster eines Unterwäsche-Geschäfts am Kurfürstendamm. | dpa

Prognose des Handels 40 Milliarden Euro fehlen

Stand: 15.07.2020 12:16 Uhr

Der Online-Handel boomt, der Einzelhandel schwächelt: Die Corona-Krise beschert stationären Händlern ein dickes Minus. Bis zu einer Erholung wird es nach Einschätzung des Handelsverbandes noch lange dauern.

Nach jahrelangem Umsatzwachstum droht dem deutschen Einzelhandel im Zuge der Corona-Krise der stärkste wirtschaftliche Einbruch seit dem Zweiten Weltkrieg.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) legte in Berlin eine Prognose vor, die dieses Jahr im Nonfood-Bereich einen Rückgang der Erlöse von 40 Milliarden erwartet - vorausgesetzt, es kommt keine zweite Pandemiewelle.

Balkengrafik

Umsatzminus von vier Prozent

Die Vorhersage entspricht einem Umsatzminus von vier Prozent. 2019 hatte es noch ein Plus von 3,2 Prozent gegeben. Es war das zehnte Wachstumsjahr in Folge. "Die Coronakrise reißt bei vielen Nicht-Lebensmittelhändlern große Löcher, das Geld wird vielerorts knapp. Die Kunden kommen nicht in der gewohnten Zahl, die Umsätze sinken dementsprechend weit unter Normalniveau", betonte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Die Coronakrise werde den Handel noch einige Jahre beschäftigen. Denn viele Verbraucher hätten ihr Einkaufsverhalten verändert. "Darauf müssen die Händler reagieren", sagte Genth.

Grafik zu Ausgaben pro Einkauf

Online-Handel legt 20 Prozent zu

HDE-Daten zeigten, dass in den Monaten März, April und Mai die Ausgaben pro Einkauf im stationären Handel um zehn Prozent sanken, während sie im Online-Handel um 20 Prozent gestiegen seien.

Diese Entwicklung setze den Handel unter Druck, seine Geschäftsmodelle sowie Standort- und Investitionsentscheidungen anzupassen. Der HDE fordere deshalb insbesondere für kleinere Firmen einen staatlichen Digitalisierungszuschuss und einen leichteren Zugang zu staatlichen Überbrückungshilfen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 15. Juli 2020 um 12:00 Uhr.