Einbürgerungszeremonie

Studie zur Migration Zuwanderer immer willkommener

Stand: 06.03.2015 08:55 Uhr

Bei Behördengängen helfen, Abschlüsse leichter anerkennen, Einbürgerung erleichtern: Ein klare Mehrheit der Deutschen ist laut einer Studie dafür, Einwanderern vieles einfacher zu machen. Auch diese selbst stellen eine verbesserte Willkommenskultur fest.

In Deutschland gibt es laut einer Studie mehr Offenheit für Einwanderer. In einer Umfrage der Bertelsmann-Stiftung gaben sechs von zehn Befragten an, dass Einwanderer vor Ort freundlich empfangen werden. Im Jahr 2012 meinte dies in einer Vorgängerstudie nur die Hälfte der Bevölkerung.

Nach Ansicht von 68 Prozent der befragten Migranten werden Einwanderer von staatlichen Stellen willkommen geheißen, drei Jahre zuvor schätzten dies nur 57 Prozent so ein. Unter den Bürgern ohne Migrationshintergrund gaben 73 Prozent an, dass die Behörden eine Kultur des Willkommens entwickelt hätten. Im Jahr 2012 waren es erst 66 Prozent.

Einbürgerungszeremonie
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Nahezu alle Befragten (97 Prozent) sagen, dass Einwanderer sich um ein gutes Zusammenleben mit Deutschen bemühen sollten. Drei Viertel erwarten, dass sie sich an die deutsche Kultur anpassen.

Zugleich sprechen sich 82 Prozent der Befragten für spezielle Hilfen beim Arbeitsamt aus, damit Deutschland für Einwanderer attraktiv ist. Für eine leichtere Anerkennung der im Ausland erworbenen Schul- und Berufsabschlüsse sind 76 Prozent der Befragten. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) meint, Deutschland solle die Einbürgerung erleichtern.

Zuwanderung nach Deutschland
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Im Jahr 2013 gab es den höchsten Zahl von Zuwanderern seit 20 Jahren. Aber: Nicht alle der rund 1,2 Millionen Menschen waren Ausländer; unter ihnen waren auch rund 0,1 Millionen Deutsche, die zurückkehrten. Und: Im selben Jahr wanderten auch rund 0,8 Millionen Menschen aus Deutschland ab. Es gab also netto nur 0,4 Millionen deutsche oder ausländische Zuwanderer.

Größere Skepsis in Ostdeutschland

In Ostdeutschland ist allerdings die Skepsis größer. Während in Westdeutschland lediglich ein Drittel der Befragten glaubt, Einwanderer seien in Deutschland in der Bevölkerung nicht willkommen, sieht das im Osten fast jeder Zweite so. Dabei lebten in den ostdeutschen Bundesländern erheblich weniger Migranten als im Westen. Die unterschiedlichen Teilnehmerzahlen bei "zuwanderungskritischen Demonstrationen" seien "sichtbarer Ausdruck gegenläufiger gesellschaftlicher Tiefenströmungen in Ost und West", erklärte die Stiftung.

Die Menschen in Deutschland sehen der Umfrage zufolge Vorteile der Einwanderung, aber auch Probleme. Klare Mehrheiten sehen jeweils Vorteile für die Ansiedlung internationaler Firmen (68 Prozent), für ein interessanteres Leben in Deutschland (67 Prozent) und für die demografische Entwicklung (60 Prozent). Deutlich mehr als die Hälfte der Befragten verbinden mit Einwanderung jedoch auch Probleme in Schulen (61 Prozent) und Belastungen des Sozialstaates (64 Prozent). Im Osten werden die Probleme dabei jeweils als etwas größer wahrgenommen.

Für die Studie befragte TNS Emnid im Januar 2024 Menschen ab 14 Jahren, die in Deutschland wohnen. Eine Vorläuferstudie hatte das Institut im Oktober 2012 durchgeführt.

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