Nur vom Mondlicht erhellt, steht das Schloss Neuschwanstein im Königswinkel | dpa

"Earth Hour" Licht aus für das Klima

Stand: 27.03.2021 23:52 Uhr

Eine Stunde Dunkelheit für das Klima - weltweit haben die Menschen mit der "Earth Hour" ein Zeichen für den Klimaschutz gesetzt. In Deutschland wurden am Samstagabend um 20:30 Uhr so viele Lichter ausgeschaltet wie noch nie.

Trotz Einschränkungen durch die Corona-Pandemie haben Menschen in vielen Teilen der Erde mit der "Earth Hour" ein Zeichen für den Klimaschutz gesetzt. Um jeweils 20.30 Uhr Ortszeit wurden an bekannten Gebäuden die Lichter ausgeschaltet.

In Deutschland gab es laut WWF eine Rekordbeteiligung. Nicht nur das Brandenburger Tor, Schloss Neuschwanstein oder die Frauenkirche in Dresden standen im Dunkeln, auch Industriedenkmäler wie der Landschaftspark Duisburg und Fußballstadien wie die Arenen in Mönchengladbach und auf Schalke. Zudem nahmen 575 Städte und Gemeinden teil, zusammen mit 448 Unternehmen an 716 Standorten.

WWF fordert Tempo beim Ausbau Erneuerbarer Energien

Neben Gemeinden und Unternehmen hätten unzählige Menschen die "Stunde der Erde" in den eigenen vier Wänden gefeiert, erklärte der WWF. Die Rekordbeteiligung zeige, dass im Superwahljahr 2021 niemand am Klimaschutz vorbeikomme.

Mit Blick auf die Bundestagswahl und die künftige Bundesregierung forderte der WWF, das Tempo beim Ausbau der Erneuerbaren Energien massiv zu erhöhen. Der Anteil sauberer Energie aus Wind und Sonne müsse bis 2030 auf 80 Prozent am Bruttostromverbrauch steigen. Außerdem müssten alle klimaschädlichen Subventionen abgebaut werden.

Die "Supertrees" von Singapur leuchten Nachts in grünem, blauem und violettem Licht.  | REUTERS

Die "Supertrees" von Singapur: Die spektakulären, bis zu 50 Meter hohen Konstruktionen aus Stahl und Beton sind Mammutbäumen nachempfunden. Nachts leuchten sie in grünem, blauem und violettem Licht. Bild: REUTERS

Die "Supertrees" von Singapur verschwinden in der Dunkelheit | REUTERS

Heute hatte dagegen der Mond seinen großen Auftritt - zumindest für eine Stunde. Bild: REUTERS

"Kleine Handlungen könnten Großes bewirken"

In Europa erloschen aus Anlass der bereits 15. "Earth Hour" unter anderem die Lichter am Eiffelturm in Paris und am Kolosseum in Rom. Weltweit beteiligten sich zahlreiche Städte, darunter Singapur, Tokio, Moskau mit dem Kreml und Sydney mit dem weltberühmten Opernhaus. In Brüssel erloschen die Lichter am Sitz der EU-Kommission. Kleine Handlungen könnten Großes bewirken, twitterte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. "Vor allem wenn die Welt gemeinsam handelt."

Die seit 2007 jährlich stattfindende Veranstaltung ruft zum Handeln in Bezug auf den Klimawandel und die Umwelt auf. In diesem Jahr wollten die Organisatoren auch auf den Zusammenhang zwischen der Zerstörung der Natur und dem zunehmenden Auftreten von Krankheiten hinweisen, die vom Tier auf den Menschen übergehen - darunter vermutlich auch die vom Coronavirus ausgelöste Covid-19-Erkrankung. 

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. März 2021 um 20:00 Uhr.