E-Scooter stehen während eines Fahrsicherheitstrainigs in Hamburg nebeneinander | dpa

Unfälle in Innenstädten Städtetag fordert Ende von "Roller-Mikado"

Stand: 30.12.2021 11:30 Uhr

Bei ihrer Zulassung 2019 wurden E-Roller gefeiert - sollten sie doch die autofreie Mobilität fördern. Doch mittlerweile häufen sich die Unfälle. Der Städtetag fordert von der Politik daher eine schärfere Regulierung der Gefährte.

Der Deutsche Städtetag hat chaotische Zustände in Innenstädten durch eine übermäßige Zahl an Elektro-Tretrollern beklagt und von der Bundesregierung eine schärfere Regulierung gefordert. "Das Roller-Mikado in öffentlichen Räumen muss aufhören", sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der "Rheinischen Post". Nach der Euphorie der ersten Jahre müsse jetzt dringend nachgesteuert werden. So sollten die Kommunen etwa für übermäßig volle Innenstädte Obergrenzen festlegen können.

Dedy forderte auch die Einführung einer "Negativ-Beschilderung" für E-Roller. "Wir brauchen Verkehrszeichen, die eindeutig bestimmen, E-Roller fahren ist hier verboten, Fahrräder bleiben aber weiterhin erlaubt", sagte er. Technisch sei es zudem längst möglich, sensible Stadtbereiche, etwa Fußgängerzonen und Parks, über die Elektronik der Fahrzeuge automatisch vor gefährlich schnellen Scootern zu schützen. Auch hierauf müsse der Bund endlich reagieren, forderte Dedy.

Verkehrswacht für Alkoholverbot und Helmpflicht

Die Deutsche Verkehrswacht forderte ein generelles Alkoholverbot für E-Rollerfahrer und die Einführung einer Helmpflicht. Ihr Präsident Kurt Bodewig sagte der Zeitung, Elektro-Tretroller seien zu einem großen Problem für die Sicherheit auf der Straße geworden. "Zu oft sieht man in den Städten Betrunkene, die mit den E-Rollern unterwegs sind." Das sei "brandgefährlich", nicht nur für die Fahrer, sondern oft auch für unbeteiligte Fußgänger. Bodewig regte zudem an, denjenigen, die unter Alkoholeinfluss auf einem E-Roller einen Unfall verursachen, den Autoführerschein zu entziehen.

Die Zulassung der Roller zum Straßenverkehr im Jahr 2019 sei zwar "hip" gewesen, aber nicht verantwortungsvoll geschehen, kritisierte Bodewig und verwies auf eine Anzahl von Verkehrstoten im zweistelligen Bereich. Nachbesserungen der Straßenverkehrsregeln seien dringend erforderlich. Zudem bedeute die ungeregelte Abstellung der Roller ein großes Problem für Menschen mit Behinderung.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 30. Dezember 2021 um 10:20 Uhr.