Ein Mann fährt auf einem Elektro-Tretroller | Bildquelle: dpa

Ab 2020 E-Roller bald Teil der Unfallstatistik

Stand: 07.12.2019 10:13 Uhr

Seit dem Sommer dürfen E-Roller in Deutschland offiziell genutzt werden. Doch viele Fahrer überschätzen sich offenbar und verursachen Unfälle. Wie viele? Das soll ab Januar gesondert erfasst werden.

Etliche Menschen sind mit den kleinen, flinken E-Rollern bereits verunglückt - wie viele genau, will das Statistische Bundesamt ab dem 1. Januar 2020 erfassen. Das bestätigte ein Sprecher des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden der Deutschen Presse-Agentur.

Die E-Scooter, die seit dem 15. Juni in Deutschland offiziell erlaubt sind, tauchen bisher nur unter der Sammelkategorie "sonstige Fahrzeuge" auf.

Es gibt noch ein Problem

Zurzeit sei man noch in Kontakt mit den Innenministerien der Länder, die entsprechende Zahlen zu den Statistikern nach Wiesbaden schicken sollen. Das Problem sei allerdings, dass die einzelnen Landespolizeibehörden unterschiedliche Datenbanken nutzen, so das Bundesamt.

Wenn die Behörden ihrerseits E-Scooter-Unfälle einzeln im Computer erfassen und dann weiter leiten könnten, stehe dem Start am 1. Januar nichts im Wege. Wie es weiter hieß, arbeiteten die Innenministerien der Länder daran.

Viele Unfälle - viele Verletzte

Vor allem in Großstädten, wo es die E-Scooter in besonders großer Zahl gibt, ereigneten sich seit Einführung zahlreiche Unfälle.

Die Polizei in Köln hatte jüngst eine Zwischenbilanz für die Stadt gezogen. Demnach gab es zwischen 15. Juni und 18. November 104 Verkehrsunfälle mit 109 Verletzten "unter Beteiligung von E-Scootern". 24 Menschen hätten dabei schwere und 85 leichte Verletzungen erlitten. "89 dieser Verletzten waren Fahrer von E-Scootern. 88 Prozent dieser Unfälle verursachten E-Scooter-Fahrer", so die Polizei. Bei knapp einem Drittel der Unfälle seien Fahrer betrunken gewesen.

Mehr zum Thema

Sicherheitstipp: "Ich weiß, dass Helme großartig sind"

Die Verleihfirmen, die E-Scooter in vielen Städten bereitstellen, weisen die Fahrer zumindest auf Gefahren hin. So muss man zum Beispiel bei "Voi" vor Abfahrt per Klick einige Regeln bestätigen - darunter "Ich weiß, dass Helme großartig sind" oder "Ich werde nicht unter dem Einfluss von Drogen und/oder Alkohol fahren".

Der Anbieter "Tier" mahnt die Fahrer, nicht schneller als die erlaubten 20 km/h unterwegs zu sein. Der E-Scooter-Verleiher "Bird" hat zum Winter seine 4400 Roller in allen deutschen Städten von den Straßen geholt, weil durch Schnee und Eis noch mehr Unfälle passieren könnten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. Dezember 2019 um 08:00 Uhr und 09:00 Uhr in den Nachrichten.

Darstellung: