Junge Leute fahren mit einem Lastenfahrrad, während starker Regen auf die Friedrichstraße in Berlin prasselt. | dpa

DWD-Analyse Sommer war zu nass und zu warm

Stand: 30.08.2021 14:55 Uhr

Nach drei Jahren mit besonders trockenen Sommern waren die Monate Juni bis August dieses Mal viel zu nass. Vor allem der Starkregen im Juli trug dazu bei. Zu warm war der Sommer in diesem Jahr dennoch.

Der diesjährige Sommer ist nach einer vorläufigen Bilanz des Deutschen Wetterdiensts (DWD) der regenreichste seit zehn Jahren gewesen. Das teilte der DWD nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen mit.

Großen Anteil daran hatten demnach die extremen Regenfälle von Tief "Bernd" Mitte Juli in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, die die verheerende Fluten mit mehr als 180 Toten auslösten. Die Monate Juni, Juli und August 2021 waren zudem unter dem Strich zu warm und durchschnittlich sonnig.

30 Prozent mehr Regen

Im Sommer 2021 fielen demnach bundesweit im Mittel rund 310 Liter pro Quadratmeter - mit 30 Prozent fast ein Drittel mehr als im Schnitt der Referenzperiode von 1961 bis 1990. Damit sei die seit drei Jahren andauernde Phase zu trockener Sommer beendet worden. Im Schnitt war es den Angaben zufolge 17,9 Grad warm, das waren 1,6 Grad mehr als der Wert aus der international gültigen Referenzperiode der Jahre 1961 bis 1990. Im Vergleich zu den wärmeren Jahren 1991 bis 2020 betrug die Abweichung plus 0,3 Grad.

Der Wetterdienst erinnerte an die angesichts der derzeit vergleichsweise kühlen Temperaturen schon fast vergessene Hitzewelle Mitte Juni mit Werten über 35 Grad. Mit rund 615 Sonnenstunden erfüllte der Sommer sein Soll von 614 Stunden.

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KOMMENTARE

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Specialplant 30.08.2021 • 21:48 Uhr

Durchschnittswerte sagen wenig aus

Dass der Sommer zu warm war, wird wohl dem realen Erleben vieler Menschen nicht entsprechen. In diesem Fall kommt z.B. der Westen Deutschlands sehr viel schlechter weg als andere Regionen, dazu trugen mehr die Nächte als die Nachmittage zum überdurchschnittlichen Mittel bei. Was z.B. Freibadwetter betrifft, habe ich die Tage > 27 Grad an der Station Werl (NRW) im Juli+August gezählt: ganze 3 Tage, während es 2011-2020 jeweils zwischen 7 und 32 Tage waren. Aus dieser Perspektive ein Totalausfall!