Silvester-Feuerwerk über dem Stuttgarter Schloss | Bildquelle: dpa

Feinstaub an Silvester Umwelthilfe will Böllerverbot in 31 Städten

Stand: 29.07.2019 18:39 Uhr

16 Prozent der jährlich vom Straßenverkehr ausgestoßenen Menge - so viel Feinstaub verursachen Silvester-Böller in nur wenigen Stunden. Das will die Deutsche Umwelthilfe ändern und beantragt ein Böllerverbot in 31 Städten.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) will in 31 Städten private Silvester-Feuerwerke verbieten lassen. Dazu habe sie bei den betroffenen Städten formelle Anträge gestellt, teilte die Umweltorganisation mit. Zur Begründung führt sie die gesundheitsschädlichen Feinstaubbelastungen durch die Böller an.

"Jedes Jahr aufs Neue verursacht die archaische Böllerei zum Jahreswechsel dicke Luft in unseren Städten", erklärte Umwelthilfe-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Hunderttausende Menschen mit Atemwegserkrankungen würden zu Silvester aus ihren Wohnungen fliehen oder sich "luftdicht verbarrikadieren".

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"Keine Spaßbremse"

Gleichzeitig fügte Resch an, dass man keine "Spaßbremse" aufbauen wolle. Daher gehe es vor allem um besonders belastete Innenstadtbereiche. "Die Menschen sollen sich auch weiterhin an Silvesterfeuerwerken erfreuen können." Denkbar wären professionell veranstaltete Feuerwerke außerhalb der Stadtzentren oder auch speziell ausgewiesene Gebiete, in denen privat geböllert werden dürfe.

Von einem Verbot betroffen wären Städte, deren Zentren besonders mit Feinstaub belastet sind, darunter Stuttgart, Gelsenkirchen, Berlin, Halle, Essen, Hannover, Nürnberg, Hamburg, Köln und München, aber auch Kommunen wie Oldenburg, Reutlingen, Esslingen und Würzburg.

5000 Tonnen Feinstaub in wenigen Stunden

Grundlage für die Forderungen sei die Überschreitung des von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) schon vor Jahren empfohlenen Jahresmittelwerts von 20 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter, hieß es. Innerhalb weniger Stunden setzten die Feuerwerkskörper zum Jahreswechsel etwa 5000 Tonnen besonders giftigen Feinstaubs frei. Die Menge des zu Silvester freigesetzten Feinstaubs entspreche etwa 16 Prozent der jährlich im Straßenverkehr entstehenden Feinstaubmenge, sagte Resch.

Bereits vergangene Woche hatte München angekündigt, Silvester-Feuerwerk in "dicht besiedelten Innenstadtgebieten" einzuschränken. Im Vordergrund der Entscheidung des Kreisverwaltungsausschusses stehen allerdings weniger Umweltaspekte als Sicherheitsbedenken.

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