Kühe stehen auf einer vertrockneten Weide | Bildquelle: dpa

Deutscher Wetterdienst Mit besseren Prognosen gegen die Dürre

Stand: 26.03.2019 09:48 Uhr

Der trockene Sommer 2018 war für viele Landwirte eine Katastrophe. Solche Wetterextreme wird es aber künftig immer häufiger geben. Der Deutsche Wetterdienst will mit besseren Vorhersagen reagieren.

Von Tim Staeger, HR

Was sich aktuell viele Wintermüde wünschen, gab es im vergangenen Jahr im Übermaß: sonniges, warmes und trockenes Hochdruckwetter. Diese sogenannten blockierten Wetterlagen hielten häufig atlantische Tiefausläufer samt Niederschlag von Mitteleuropa fern und führten in Deutschland zum wärmsten, sonnigsten und einem der trockensten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Die Folgen waren deutlich spürbar: Niedrigwasser, Waldbrände, verdorrte Wiesen und vor allem auch Ernteeinbußen mit großen wirtschaftlichen Schäden. 2018 stand somit eindeutig im Zeichen des Klimawandels.

Das ausgetrocknete Flussbett am Ufer der Elbe vor der Kulisse der Altstadt von Dresden (Sachsen) | Bildquelle: dpa
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Das ausgetrocknete Flussbett der Elbe vor der Altstadt von Dresden. Aufgrund des trockenen Sommers 2018 betrug der Pegelstand in Dresden im August nur 56 Zentimeter.

"Wir müssen häufiger mit Dürre rechnen"

Und diese außergewöhnliche Trockenheit wird kein Einzelereignis bleiben: "Die Klimaforschung ist sich einig: Solche Wetterextreme werden mit dem Klimawandel immer wahrscheinlicher. Wir müssen künftig häufiger, wenn nicht gar in regelmäßigen Abständen, mit Dürre in Deutschland rechnen" erläutert Paul Becker, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes (DWD), auf der diesjährigen Klima-Pressekonferenz.

Damit werden langfristige Vorhersagen von Trockenperioden immer wichtiger und deren Nutzung eine notwendige Anpassung an den Klimawandel.

Leider steht nicht zu erwarten, dass noch so aufwändige und auf Hochleistungsrechnern laufende Wettermodelle Dürren mehrere  Wochen im Voraus  verlässlich vorhersagen werden. Dazu ist das Wettergeschehen zu komplex und chaotisch.

Bodenfeuchte verändert sich nur langsam

Die Bodenfeuchte ist jedoch eine sich nur langsam ändernde Speichergröße mit großer Pufferwirkung. Sind die Böden mit Feuchtigkeit gesättigt, lässt sich eine Dürre weit unbeschadeter überstehen, als wenn im Vorfeld bereits ein Defizit bestand.

Diese Eigenschaft hat sich der DWD bei der Prognose der Bodenfeuchte zunutze gemacht und eine Langfristvorhersage entwickelt, die bis zu sechs Wochen in die Zukunft reicht.

Ein nachträgliche Analyse der Dürre von 2018 hat gezeigt, dass "der DWD die im Juni 2018 in großen Teilen Deutschlands anhaltende Dürre schon sechs Wochen vorher mit guter Qualität hätte vorhersagen können", so Becker.  

Das gibt zu vorsichtigem Optimismus Anlass, das Ernteausfälle infolge künftiger Dürren zumindest abgemildert, wenn auch nicht komplett verhindert werden können.

Übrigens beträgt die Bodenfeuchte in Teilen Thüringens und Sachsen-Anhalts bereits jetzt schon wieder unter 50 Prozent. Das ist ein um diese Jahreszeit bedenklich niedriger Wert. Eine länger anhaltende niederschlagsarme Witterung würde in diesen Regionen also rasch zu Trockenstress führen, der nun aber früher erkannt würde als noch vor einem Jahr.

Deutscher Wetterdienst entwickelt Langfristvorhersage
tagesschau 12:00 Uhr, 26.03.2019, Andreas König, ARD Berlin

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. März 2019 um 12:00 Uhr.

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