Menschenleer ist eine Einkaufsstraße in der Stadt Zeulenroda-Triebes (Thüringen). | dpa

Corona-Pandemie Drosten will "ernsthaften Lockdown"

Stand: 02.04.2021 18:55 Uhr

Der Virologe Drosten hält einen härteren Lockdown angesichts der Virusvariante für unausweichlich. Auch seine Kollegin Brinkmann fordert strengere Maßnahmen: Sie sei wütend, dass nicht schon früher reagiert worden sei.

Im Kampf gegen die rasant steigenden Corona-Neuinfektionen fordert der Virologe Christian Drosten harte Maßnahmen. "Wir werden um einen ernsthaften Lockdown nicht herumkommen", sagte er dem "Spiegel". Man habe in Paris und London gesehen, dass ein Teil-Lockdown gegen die aggressivere Virusvariante nicht durchgreife. "Die Inzidenz ist dort immer weiter gestiegen wie auch die Zahl der schweren und oft auch tödlichen Krankheitsverläufe."

Noch bestehe die Chance, eine solche Entwicklung in deutschen Großstädten abzuwenden, sagte der Chefvirologe der Berliner Charité. "Dazu ist jetzt aber politisches Handeln und auch die Unterstützung möglichst vieler Menschen notwendig."

Brinkmann: "Könnten jetzt bei Zehner-Inzidenzen sein"

Die Virologin Melanie Brinkmann vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum warnte, wenn alles so weiter laufe wie bisher, "wird jeder in seinem ganz direkten Umfeld Menschen kennen, die im Krankenhaus waren, gestorben sind, unter Langzeitschäden leiden". Sie sei wütend, dass nicht früher reagiert worden sei auf die Warnungen der Wissenschaft. "Wir könnten jetzt schon bei Zehner-Inzidenzen sein, wenn die Politiker bei der Bund-Länder-Konferenz im Januar ernst genommen hätten, was wir ihnen gesagt haben", sagte sie dem "Spiegel".

Dass die Ministerpräsidenten stattdessen auf Lockerungen setzten, mache sie fassungslos. "Innerhalb von vier Wochen kriegen wir die Zahlen massiv runter, wenn die Menschen kaum Kontakte haben", sagte Brinkmann. "Je stärker alle auf die Bremse treten, desto kürzer währt der Lockdown."

Tatsächlich wünschen sich auch viele Bürgerinnen und Bürger laut dem jüngsten ARD-DeutschlandTrend einen härteren Lockdown: Demnach unterstützt eine Mehrheit die Forderungen von Intensivmedizinern, das gesellschaftliche Leben zwei bis drei Wochen lang deutlich stärker herunterzufahren und erst danach zu prüfen, ob mit begleitenden Schutzmaßnahmen und Corona-Tests Lockerungen möglich sind. Gut zwei Drittel (67 Prozent) würden einen solchen härteren Lockdown eher befürworten. Überhaupt erklärten 48 Prozent der Befragten, ihnen gingen die derzeitigen Maßnahmen nicht weit genug.

Laschet für einheitliche Schul-Regelung

Mit Blick auf die Lage nach den Osterferien erklärte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet unterdessen, eine bundesweit einheitliche Regelung für die Schulen anzustreben. Diese sollten die Länder selbst treffen - und nicht der Bund. "Ich wünsche mir, dass alles, was wir in den kommenden Wochen tun, möglichst bundeseinheitlich erfolgt. Das ist auch in Schulfragen möglich", sagte Laschet, der auch CDU-Vorsitzender ist. Die nächste Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am 12. April geplant.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 02. April 2021 um 16:41 Uhr.

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KOMMENTARE

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saschamaus75 02.04.2021 • 22:43 Uhr

@21:48 von vriegel

Hää??? oO >> auch seine Approbation erhalten, die er >> zuvor nicht beantragt hatte und >> Er wollte die Approbation im Büro hängen >> haben. Sie merken das Paradoxon Ihrer eigenen Aussage selber? -.-