Eine ferngesteuerte Drohne am Himmel, während im Hintergrund ein Flugzeug vorbei fliegt. | Bildquelle: dpa

Sicherheit in der Luftfahrt Drohnen stören zunehmend Flugverkehr

Stand: 21.01.2019 13:15 Uhr

Vor wenigen Wochen hatten Drohnen zwei britische Flughäfen lahmgelegt. Aber auch hierzulande nehmen die Störungen durch die ferngesteuerten Spielzeuge massiv zu.

Die Deutsche Flugsicherung hat im vergangenen Jahr 158 Behinderungen des regulären Luftverkehrs durch Drohnen registriert. Das sind etwa 80 Prozent mehr als noch 2017 - dem bisherigen Rekordjahr mit 88 Störungen.

Im Großraum von Flughäfen seien vergangenes Jahr 125 Fälle gemeldet worden, erklärte das bundeseigene Unternehmen in Langen, das für die Flugverkehrskontrolle in Deutschland zuständig ist.

Luftaufnahme des Flughafens Frankfurt | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Luftaufnahme des Flughafens Frankfurt/Main - dort gab es die meisten Störungen durch Drohnen (31), gefolgt von Berlin-Tegel (17), München (14) und Hamburg (12).

Regeln für Drohnenflüge

In Deutschland sind Drohnenflüge über Arealen wie dem Start- und Landebereich an Flughäfen verboten - ebenso über Menschenmengen, Krankenhäusern, Gefängnissen, Behörden, Bundesstraßen oder Bahnanlagen.

Dort, wo es erlaubt ist, müssen die Geräte während des Fluges grundsätzlich in Sichtweite bleiben und dürfen nicht höher fliegen als 100 Meter. Ausnahmen gibt es auf Modellflugplätzen.

Verschärfte Regeln gefordert

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft forderte, die Sicherheitsstandards weiter zu erhöhen. "Wir halten eine Registrierungspflicht für Drohnen und ihre Eigentümer für erforderlich, damit Verantwortung klar zugewiesen werden kann", erklärte Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow.

Drohnen sollten zudem mit einer Technik ausgestattet werden, die sie für Behörden und andere Luftfahrzeuge identifizierbar macht, wie etwa mit einem Transponder.

Eine Drohne in Frankfurt | Bildquelle: dpa
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Falls es doch zu einem missbräuchlichen Einsatz von Drohnen im Flughafenumfeld komme, "sollten die zuständigen Behörden von den Möglichkeiten einer aktiven Drohnenabwehr Gebrauch machen" - das fordert die Luftverkehrswirtschaft.

Probleme in Großbritannien

Im Dezember hatten Drohnensichtungen am britischen Flughafen Gatwick für massive Störungen des Flugbetriebs gesorgt. Auch der Airport London-Heathrow musste wenige Tage später wegen des gleichen Problems die Abflüge zeitweise einstellen.

Aus dem Vorfall in Gatwick hatte die britische Regierung Konsequenzen gezogen. So sollen die Sperrzonen um Airports, in denen das Fliegen von Drohnen verboten ist, auf einen Radius von ungefähr fünf Kilometern ausgedehnt werden.

Ab November 2019 sollen Drohnen-Besitzer zudem gesetzlich verpflichtet sein, sich zu registrieren.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 21. Januar 2019 um 09:15 Uhr.

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