Hilfsmittel zum Drogenkonsum: ein Schnürsenkel, eine Spritze und ein weißes Papiertütchen | AFP

Konsum illegaler Drogen Zahl der Drogentoten erneut gestiegen

Stand: 16.05.2022 13:48 Uhr

Die Zahl der Drogentoten in Deutschland ist 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 15,5 Prozent auf 1826 gestiegen. Haupttodesursache war nach Angaben des Drogenbeauftragten vor allem der Konsum von Opioiden wie Heroin und von Opiaten.

Die Zahl der Drogentoten ist in Deutschland erneut gestiegen. Im vergangenen Jahr starben 1826 Menschen durch den Konsum illegaler Drogen und damit 15,5 Prozent mehr als im Vorjahr, wie der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Burkhard Blienert, mitteilte. Im Jahr 2020 waren 1581 Drogentote registriert worden.

Die Zahl der Drogentoten erhöhte sich bereits das vierte Jahr in Folge. Haupttodesursache war wie in den Vorjahren vor allem der Konsum von Opioiden wie Heroin und Opiaten oder deren Konsum in Verbindung mit anderen Stoffen.

195 Menschen starben durch Heroin-Überdosis

Durch eine Überdosis Heroin starben im vergangen Jahr 195 Menschen und damit 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Infolge des Konsums von Opioidsubstitutionsmitteln starben 88 Menschen - ein Anstieg um 167 Prozent. Als Substitutionstherapie wird die Behandlung opioidabhängiger Patienten mit Ersatzstoffen bezeichnet.

Die Vergiftungen im Zusammenhang mit Amphetamin stiegen demnach um 149 Prozent auf 92 Todesfälle. Auch die Todesfälle in Verbindung mit Methamphetamin sowie Kokain und Crack nahmen deutlich zu.

Kein "Weiter so" in der Drogenpolitik

Diese Zahlen seien schockierend, sagte der Drogenbeauftragte. "Es darf nicht sein, dass Menschen, die schwer suchtkrank sind, gar nicht erreicht und mit ihrer Erkrankung sowie deren sozialen Folgen alleine gelassen werden", so Blienert. Ein "Weiter so" in der deutschen Drogenpolitik könne es nicht geben.

Hilfe und Unterstützung, Behandlung und Beratung müssten schneller und direkter bei den Menschen ankommen, sagte Blienert. Er wolle nun schnell Gespräche mit den Ländern führen. Da Betroffene nur schwer aus ihrer Abhängigkeitserkrankung herausfänden, müsse Hilfe, Beratung und Schutz jener Menschen dauerhaft und verlässlich finanziert werden. "Es ist angesichts dieser tragischen Zahlen doch offensichtlich: Maßnahmen, die Leben retten helfen, müssen ermöglicht und ausgebaut werden", sagte Blienert.

Der Drogenbeauftragte sagte, er wolle gerade der Vergiftung durch verunreinigte oder gestreckte Stoffe mit Maßnahmen wie Drug-Checking, flächendeckender Substitution und Drogenkonsumräumen entgegentreten.

Über dieses Thema berichtete BR24 Aktuell am 16. Mai 2022 um 14:36 Uhr.