Die Drogenbeauftrage der Bundesregierung Daniela Ludwig | Bildquelle: dpa

Drogen- und Suchtbericht Werbeverbot für Rauchen und Dampfen?

Stand: 05.11.2019 16:28 Uhr

Dem Drogen- und Suchtbericht zufolge greifen Jugendliche weniger zu Alkohol und Zigaretten - der Konsum bei E-Zigaretten steigt aber. Die Drogenbeauftragte des Bundes ist für ein umfassendes Werbeverbot.

Von Christopher Jähnert, ARD-Hauptstadtstudio

Daniela Ludwig hat gute Nachrichten mitgebracht bei ihrem ersten großen Termin als Drogenbeauftragte: Der Alkoholkonsum geht zurück und Zigaretten scheinen immer unbeliebter zu werden - vor allem bei Jugendlichen. Das sei eine wirklich gute Nachricht, sagt sie, fügt aber hinzu: "Wir haben nach wie vor 120.000 Menschen, die an Tabakkonsum oder den Folgen des Rauchens sterben". Ein weiteres Aber: Gerade Jugendliche rauchen zwar weniger Zigaretten, aber die Zahl der sogenannten "Vaper" steigt. Statt sich eine Kippe anzuzünden, greifen viele zur E-Zigarette und dampfen.

"Die E-Zigarette ist kein Wellnessprodukt", sagt Ludwig. "Uns fehlen jegliche Langzeitstudien über ihre Auswirkungen auf die Gesundheit und wir merken aber, dass die E-Zigarette bei den jungen Menschen relativ gut ankommt."

Ludwig will Werbung für Rauchen komplett verbieten

Es gibt Anzeichen, dass E-Zigaretten schädlich sind - aber genaues weiß man es nicht. Ludwig will deshalb die Werbung fürs Rauchen komplett verbieten - also nicht nur für Tabak, sondern auch für die E-Zigaretten. Denn ihre Befürchtung ist: Wenn man nur Werbung für Zigaretten verbietet, gibt es trotzdem Möglichkeiten für die Konzerne, an junge Menschen heranzukommen.

"Dann werden wir feststellen, dass es künftig nur noch Werbung für E-Zigaretten geben wird und die wird wiederum genau an den Standorten stattfinden, an denen Jugendliche sich aufhalten: an Bushaltestellen, vor den Kinos, im Internet, in den sozialen Medien. Und das will ich schlicht und ergreifend nicht."

Wie weit man in dieser Frage ist, blieb offen. Die neue Drogenbeauftragte sei aber zuversichtlich, dass es schnell kommt.

Offen für Debatte zum Umgang mit Cannabis

Das wiederum ist aber nicht die einzige Baustelle, die sie von ihrer Vorgängerin übernommen hat. Sondern seit einiger Zeit wird in Deutschland vermehrt darüber diskutiert, welcher Umgang mit Cannabis der Richtige ist. Politiker von Linken, Grünen, FDP und teils auch aus der SPD fordern, Kiffen zu legalisieren. Und anders als ihre Vorgängerin will Daniela Ludwig offen an dieses Thema herangehen. Es helfe nichts, sich wegzuducken. "Wir müssen uns dem offen stellen."

Entscheiden wird sie es aber nicht. Das macht sie deutlich. Denn in der Unions-Fraktion ist man sich auch alles andere als einig, was das Thema angeht. Die Diskussionen werden deshalb wohl noch andauern.

Drogen- und Suchtbericht: Weniger Raucher, mehr E-Zigaretten und Cannabis
Christopher Jähnert, ARD Berlin
05.11.2019 15:22 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. November 2019 um 15:00 Uhr.

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