Eine DNA-Probe wird im DNA-Labor in ein Reaktionsgefäß überführt. | Bildquelle: picture alliance / Sven Hoppe/dp

Gesetzentwurf DNA-Fahndung soll ausgeweitet werden

Stand: 01.08.2019 13:50 Uhr

DNA-Spuren an Tatorten sollen künftig umfassender ausgewertet werden dürfen. Die Ermittler sollen neben dem Geschlecht auch das Alter sowie Haut-, Haar- und Augenfarbe der Gesuchten erfahren.

Von Nina Amin, ARD-Hauptstadtstudio

Um unbekannte Täter schneller zu fassen, soll die Polizei künftig über DNA-Spuren die Farbe von Haut, Augen und Haaren sowie das Alter bestimmen lassen dürfen. Die Erkenntnisse seien grundsätzlich geeignet, um die Ermittlungen voranzubringen, heißt es in einem Gesetzesentwurf des Justizministeriums, mit dem Strafverfahren modernisiert werden sollen. 

Bisher war es nur erlaubt, das Geschlecht zu bestimmen. Oder über einen DNA-Abgleich beispielsweise von Bluttropfen zu überprüfen, ob der Verdächtige polizeilich schon erfasst ist.

Eingriff ins Persönlichkeitsrecht

Die jetzt geplanten erweiterten DNA-Tests stellten zwar einen Eingriff in das Persönlichkeitsrecht dar, sagt eine Sprecherin des Bundesjustizministeriums dem ARD-Hauptstadtstudio. Sie seien aber verhältnismäßig, da äußerliche Merkmale schon jetzt beispielsweise bei Zeugenaussagen aufgenommen und ausgewertet würden.

Weiterhin nicht erlaubt bliebe, über die DNA-Analyse die Herkunft eines Verdächtigen zu bestimmen. Damit solle verhindert werden, dass bestimmte Personengruppe oder Minderheiten diskriminiert werden, sagt die Sprecherin.

Justizministerium plant erweiterte DNA-Tests
Nina Amin, ARD Berlin
01.08.2019 12:38 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 01. August 2019 um 18:30 Uhr in der Sendung "Echo des Tages".

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