RWE-Chef Martin Schmitz | Bildquelle: dpa

Negativpreis des NABU RWE-Chef ist "Dinosaurier des Jahres"

Stand: 28.12.2018 16:59 Uhr

Rüge vom NABU: RWE-Chef Rolf Schmitz erhält in diesem Jahr den Negativpreis "Dinosaurier des Jahres". Im Streit über die Rodung des Hambacher Forstes habe er ohne Rücksicht Tatsachen schaffen wollen.

Für den Naturschutzbund NABU ist RWE-Chef Rolf Martin Schmitz in der Klima- und Umweltpolitik der "Dinosaurier des Jahres 2018". Zur Begründung für den Negativpreis hieß es, Schmitz habe mit seinem Beharren auf die Rodung des Hambacher Forstes für den dortigen Braunkohletagebau die zunehmend aufgeheizten Debatten um den Klimaschutz zusätzlich polarisiert.

Mit seiner "unzeitgemäßen Machtdemonstration" im Streit über die Rodung habe sich Schmitz selbst ins Abseits gestellt, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Der RWE-Chef habe Tatsachen schaffen wollen - ohne Rücksicht auf die gesellschaftliche Stimmungslage, die laufenden Verhandlungen in der Kohlekommission über einen geregelten Kohle-Ausstieg sowie die Folgen für Natur und Umwelt. Durch ein Gerichtsurteil wurde die Abholzung des Waldes vorerst gestoppt.

Olaf Tschimpke, Präsident Naturschutzbund Deutschland, zum NABU-Negativ-Preis
tagesschau24 15:00 Uhr, 28.12.2018

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Ein "Branchen-Dinosaurier"

Tschimpke nannte Schmitz einen "Branchen-Dinosaurier", der die Zeichen der Zeit erkennen müsse. Er sagte:

"Während andere große Konzerne erkannt haben, dass Nachhaltigkeit ein Schlüssel zum Erfolg und für breite Akzeptanz in der Öffentlichkeit ist, handelt die RWE-Spitze immer noch wie von vorgestern und wenig weitsichtig. Denn auch RWE weiß: Am Kohleausstieg führt kein Weg vorbei, wenn Deutschland die Klimaziele aus dem Pariser Abkommen erfüllen will."

Der Essener Energiekonzern zähle mit seinen Kohle-Kraftwerken zu den größten Luftverschmutzern Europas, so Tschimpke.

Schmitz: NABU-Begründung "sehr verwunderlich"

Schmitz reagierte mit einem Brief an Tschimpke und warf dem NABU eine "öffentlichkeitswirksame Inszenierung" vor. Zugleich wies Schmitz die Vorwürfe zurück. Die Begründung für den Negativpreis sei "sehr verwunderlich", heißt es in dem Schreiben, das der dpa vorliegt. RWE habe Umweltverbänden einen freiwilligen Rodungsverzicht bis Mitte Dezember vorgeschlagen. Dies sei von den Verbänden ebenso abgelehnt worden wie ein gemeinsamer Appell gegen Gewalt.

Er machte darauf aufmerksam, dass RWE durch die Transaktion mit E.ON auf einen Schlag zur Nummer drei bei den Erneuerbaren Energien werde. Der NABU habe offenbar übersehen, dass RWE den Schwenk Richtung saubere Technologie längst vorgenommen habe.

Besonders rückschrittliches Engagement

Der NABU vergibt seit 1993 den Negativ-Preis "Dinosaurier des Jahres" an Persönlichkeiten, die sich aus Sicht des Verbandes durch besonders rückschrittliches öffentliches Engagement in Sachen Natur- und Umweltschutz hervorgetan haben. 2017 war dies Bauernpräsident Joachim Rukwied, weil er die Verantwortung der Landwirtschaft für das Artensterben abstreite.

Die Trophäe ging vor Schmitz bereits zweimal an RWE-Vorstandsvorsitzende.

Über dieses Thema berichtete am 28. Dezember 2018 das ARD-Morgenmagazin um 08:09 Uhr und die tagesschau um 12:00 Uhr.

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