Abgastest an einem Fahrzeug | Bildquelle: AFP

Kraftfahrzeuggewerbe bereit Diesel-Umrüstungen schnell möglich

Stand: 03.10.2018 12:43 Uhr

Das Auto umtauschen oder nachrüsten - so sieht das Diesel-Paket der Regierung aus. Doch einige Autohersteller lehnen Nachrüstungen ab. Dabei wär das in den Werkstätten schnell zu machen, sagt das Kraftfahrzeuggewerbe.

Mögliche Nachrüstungen für ältere Dieselfahrzeuge wären in den Werkstätten nach Einschätzung des Kraftfahrzeuggewerbes schnell umsetzbar. "Ich halte das für lösbar", sagte der Vizepräsident des Branchenverbandes ZDK, Thomas Peckruhn, der Deutschen Presse-Agentur. Die Werkstätten seien darauf eingerichtet.

Das hätten frühere Umrüstaktionen wie die Rußpartikelfilter bei Dieselfahrzeugen oder die Nachrüstkatalysatoren bei Benzinern in den 1980-er Jahren gezeigt. Der ZDK plädiert seit langem für Hardware-Nachrüstungen.

"Kein Problem, Gewährleistungen zu übernehmen"

Hardwarenachrüstung bei einem Dieselfahrzeug | Bildquelle: picture alliance / Marijan Murat
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Motor-Nachrüstungen wären schnell umsetzbar, sagt das Kraftfahrzeuggewerbe

Diese Motor-Umbauten könnten aus Sicht des Nachrüstungs-Anbieters Baumot im kommenden Jahr beginnen. Baumot-Chef Marcus Hausser sagte der Deutschen Presse-Agentur, es lägen Genehmigungsverfahren beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). "Das Paket der Bundesregierung kann einen Schub auslösen bei Hardware-Nachrüstungen." Baumot habe kein Problem damit, die Gewährleistung zu übernehmen. "Damit haben wir eine langjährige Erfahrung. Es sind viele Nebelkerzen gezündet worden", sagte Hausser mit Blick auf Berichte, die Nachrüster wollten keine Gewährleistung übernehmen. Baumot rechne mit Umbaukosten von im Schnitt 1500 bis 2000 Euro pro Wagen: "Für viele Kunden ist es attraktiver, nachzurüsten, als sich trotz Prämien einen neuen Wagen zu kaufen."

Zertifizierte Systeme und Haftungsfragen

Autohersteller wie BMW oder Opel lehnen Nachrüstungen ab. Volkswagen und Daimler hingegen wollen sich an Nachrüstungen beteiligen, sofern zertifizierte und zugelassene Systeme existieren. Volkswagen machte noch zur Bedingung, "dass die Bundesregierung sicherstellt, dass sich alle Hersteller an den entsprechenden Maßnahmen beteiligen". Auch bei den ausländischen Herstellern sieht man Nachrüstungen kritisch. Der Verband der internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) sieht Haftungsfragen in rechtlicher Hinsicht nach wie vor ungeklärt.

Bei den Hardware-Nachrüstungen geht es um den Einbau sogenannter SCR-Katalysatoren bei älteren Dieselfahrzeugen, um den Schadstoff-Ausstoß zu senken. Der ADAC verwies darauf, es seien noch Freigaben für die SCR-Katalysatoren nötig. Diese müssten serienreif und im Dauerbetrieb erprobt sein.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. Oktober 2018 um 12:00 Uhr.

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