Berlin's Jordan Torunarigha (links) und Schalke's Ahmed Kutucu | Bildquelle: AP

Pokalspiel auf Schalke Hertha klagt über Rassismus

Stand: 05.02.2020 00:41 Uhr

Der FC Schalke 04 hat Jürgen Klinsmann und Hertha BSC jäh aus allen Pokal-Träumen gerissen. Die Gelsenkirchener drehten in einem kräftezehrenden und am Ende hitzigen Achtelfinale einen 0:2-Rückstand zu einem 3:2-Sieg nach Verlängerung. 

Pascal Köpke (12. Minute) und Winter-Neuzugang Krzysztof Piatek (39.) mit ihren ersten Pflichtspieltoren für Berlin trafen für die Gäste. Doch Daniel Caligiuri (76.), Amine Harit (82.) und der eingewechselte Benito Raman (115.) sorgten am Dienstagabend (04.02.2020) in der Arena des fünfmaligen Pokalsiegers für grenzenlose Begeisterung. In der Verlängerung sah Herthas Jordan Torunarigha nach einem Zusammenstoß mit David Wagner Gelb-Rot, der Schalke-Trainer wurde ebenfalls des Innenraums verwiesen (101.).

Turbulenter Beginn

Im Vergleich zu dem müden Bundesliga-Kick am vergangenen Freitag in Berlin begann die Partie fast schon turbulent. Piatek, der in seinem zweiten Spiel erstmals in der Startelf stand, leitete die Berliner Führung durch Köpke mit starkem Körpereinsatz im Mittelfeld ein. Die Schalker Antwort folgte prompt, doch Torunarigha klärte einen Schuss von Harit auf der Linie - Millimeter fehlten zum Ausgleich.

Auf dem Platz zeigten sich die Berliner nach ihrer Führung über weite Strecken cleverer. Die dicht gestaffelte Abwehr um den in die Startformation zurückgekehrten Kapitän Niklas Stark ließ den Gastgebern kaum Raum. Schalke kam lange kaum noch vor das Berliner Tor - drehte dann aber auf. Nach Caligiuris schöner Einzelaktion und Harits Ausgleich scheiterte Michael Gregoritsch kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit an Herthas Keeper Rune Jarstein (89.).

Umstrittene Szene mit Torunarigha und Wagner

In der Verlängerung wurde es ruppiger. Torunarigha flog nach einem unglücklichen Zusammenstoß mit Wagner, zum Unverständnis aller, vom Platz - wohl weil er dabei eine Getränkekiste auf den Boden feuerte. Der Schalke-Trainer hatte den Hertha-Profi kurz, allerdings ohne böse Absicht, festgehalten und musste - nach Einsatz des Videobeweises - den Innenraum ebenfalls verlassen. Fünf Minuten vor Ablauf der Verlängerung schloss Raman einen Konter ab und jagte den Ball zum umjubelten Schalker Siegtreffer durch die Beine von Jarstein.

Offenbar rassistische Äußerungen gegen Torunarigha

Erst spät nach der Partie wurde bekannt, dass Jordan Torunarigha offenbar vor der Verlängerung von Zuschauern rassistisch beleidigt worden war. Berlins Coach Jürgen Klinsmann sagte nach dem Spiel: "Das tut natürlich weh, der Junge wurde beleidigt und ich musste ihn beruhigen, bevor es in die Verlängerung ging." Und weiter sagte Klinsmann: "Er war natürlich aufgebauscht, und dann kam der Vorfall mit dem Foul an der Seitenlinie, da hat er emotional reagiert. Da muss man - ich hab's deutlich gesagt, Fingerspitzengefühl haben." Schalke-Trainer Wagner entschuldigte sich: "Ich selber habe es nicht gehört. Nichtsdestotrotz möchte ich mich für den FC Schalke 04 bei dem Jungen und auch bei Berlin entschuldigen, weil wir alle wissen: Das gehört sich nicht."

Schalke bekommt es in der Bundesliga am Samstag (08.02.20) daheim mit Aufsteiger Paderborn zu tun, Hertha empfängt Mainz zu Hause. Das Viertelfinale im DFB-Pokal steigt dann am 3./4. März 2020.

Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 04. Februar 2020 um 00:09 Uhr sowie tagesschau24 am 05. Februar 2020 um 11:00 Uhr.

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