DeutschlandTrend

ARD-DeutschlandTrend Deutliche Meinung zu Managern und Homo-Ehe

Stand: 07.03.2013 22:53 Uhr

Eine Begrenzung von Managergehältern wie in der Schweiz fände auch in Deutschland eine klare Mehrheit. Das ist ein Ergebnis des ARD-DeutschlandTrends. Die Mehrheit der Bundesbürger ist auch für die vollständige Gleichstellung homosexueller Paare. Details der Umfrage dürften vor allem die CSU-Spitze überraschen.

Die jüngste Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Frage des Adoptionsrechts in gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften hat eine Debatte über deren generelle rechtliche Gleichstellung angestoßen. Die Gleichstellung wäre durchaus im Sinne einer deutlichen Mehrheit in der Bevölkerung, so das Ergebnis des aktuellen ARD-DeutschlandTrends. Für eine umfassende rechtliche Gleichbehandlung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften mit der Ehe von Mann und Frau plädieren zwei Drittel der Bundesbürger (66 Prozent). Eine Minderheit von 30 Prozent lehnt dies ab.

Mit Ausnahme von CDU und CSU sind alle im Bundestag vertretenen Parteien für eine rechtliche Gleichstellung. Doch auch die Anhänger dieser beiden Parteien stehen dem offener gegenüber, als die Parteiführung vielleicht vermutet. Immerhin 52 Prozent der CSU-Anhänger plädieren für eine Gleichbehandlung, bei den CDU-Anhängern sind es 55 Prozent.

89 Prozent für Begrenzung von Managergehältern

Im DeutschlandTrend war auch die Volksabstimmung in der Schweiz zur Begrenzung von Managergehältern Thema. Eine derartige Initiative fände hierzulande eine große Mehrheit - und das über die Parteigrenzen hinweg. Neun von zehn Bundesbürgern (89 Prozent) halten eine Begrenzung der Gehälter auch in Deutschland für nötig. Lediglich 8 Prozent lehnen das ab.

Begrenzung von Managergehältern

Begrenzung von Managergehältern

Mindestlohn

Welches Konzept gegen Niedriglöhne ist besser?

Eine Mehrheit der Deutschen spricht sich auch für einen generellen Mindestlohn aus. Allerdings ist das Meinungsbild hier nicht mehr ganz so eindeutig. In die Debatte über dieses Thema war in der vergangenen Woche wieder Bewegung gekommen. Dabei ist in der Regierungskoalition aber keine klare gemeinsame Linie zu erkennen.

Ginge es nach dem Willen der Bevölkerung, dann würde es künftig eine gesetzliche Lohnuntergrenze für alle Arbeitnehmer geben: 55 Prozent plädieren für dieses Konzept. Vier von zehn Bürgern (40 Prozent) bevorzugen hingegen eine branchenspezifische Untergrenze, die von Arbeitgebern und Gewerkschaften ausgehandelt wird, also das von der Union bevorzugte Konzept.

Die Beantwortung dieser Frage wird in starkem Maße von der generellen politischen Orientierung bestimmt. Deutliche Mehrheiten für den gesetzlichen Mindestlohn finden sich in den Anhängerschaften von SPD, Grünen und Linken, während sich die Anhänger der Unionsparteien überwiegend für das Gegenmodell aussprechen.

Merkel an der Spitze, Rösler das Schlusslicht

Bei der Beurteilung der Regierungskoalition werden deren Protagonisten sehr unterschiedlich wahrgenommen: Während auf der einen Seite Vizekanzler Philipp Rösler von der FDP (23 Prozent) das Schlusslicht unter den abgefragten Politikern markiert, ist auf der anderen Seite die große Popularität der Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel (68 Prozent) ungebrochen. Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer findet hingegen nur bei einem guten Drittel aller Deutschen (36 Prozent) positive Resonanz.

Zufrieden mit der Arbeit von ...

Zufrieden mit der Arbeit von ...

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück scheint seine Beschreibung italienischer Politiker als "Clowns" zwar nicht geschadet zu haben, mit 36 Prozent Zustimmung konnte er sein Tief allerdings nicht überwinden. Der Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin erhält von 48 Prozent der Deutschen gute Noten und verzeichnet damit seinen bisher besten Wert im ARD-DeutschlandTrend. Demgegenüber äußern sich zum Linksfraktionsvorsitzenden Gregor Gysi 28 Prozent der Bürger wohlwollend.

Zwei Drittel sagen, Steinbrück sollte diplomatischer sein

Merkel führt bei der Kanzlerpräferenz weiterhin mit großem Abstand vor ihrem Herausforderer Steinbrück (58:26 Prozent). Die Gründe dafür sind nicht inhaltlich, sondern vorrangig in der Wahrnehmung ihren Charaktereigenschaften begründet, so das Ergebnis der Umfrage. Die CDU-Politikerin gilt im direkten Vergleich mit Steinbrück als sympathischer (54:24 Prozent) sowie glaubwürdiger (51:22 Prozent) und strahlt aus Sicht der Bürger mehr Verlässlichkeit aus (53:20 Prozent) als der SPD-Politiker.

Kanzlerpräferenz: Merkel vs. Steinbrück

Kanzlerpräferenz: Merkel vs. Steinbrück

Merkel und Steinbrück im Profilvergleich

Merkel und Steinbrück im Profilvergleich

Darüber hinaus schreibt jeder Zweite Merkel einen klareren politischen Kurs zu als dem SPD-Mann (49:26 Prozent) - auch wenn sechs von zehn der Überzeugung sind, dass Steinbrück deutlicher sagt, was er denkt als Merkel (61:22 Prozent). Knapp zwei Drittel (62 Prozent) sind der Meinung, der Merkel-Herausforderer sollte diplomatischer formulieren.

Neues Hoch für die Grünen, Rekordtief für die Piraten

In puncto politische Stimmung können die Grünen im Vergleich zur Vorwoche 2 Punkte zulegen und würden derzeit 17 Prozent erreichen. Dies ist ihr bester Wert seit Oktober 2011. Demgegenüber müssen die Piraten mit 2 Prozent (-1) ein Rekordtief verkraften. Der erhoffte Einzug in den Bundestag dürfte für sie damit in weite Ferne rücken.

Sonntagsfrage

Sonntagsfrage

Die Union könnte aktuell 40 Prozent (-1) der Stimmen auf sich vereinen, die schwarz-gelbe Koalition jedoch nicht fortsetzen, weil die FDP weiterhin unter der Fünf-Prozent-Hürde liegt. Die SPD fällt aufgrund eines Minus von einem Punkt auf 26 Prozent zurück. Die Linkspartei gewinnt einen Punkt hinzu und würde derzeit 7 Prozent der Stimmen erzielen.

Untersuchungsanlage DeutschlandTrend

Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl/Dual Frame
Erhebungsverfahren: Computergestützte Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl: 1.003 Befragte
Fragen zur politischen Position der CDU bzw. CSU: jeweils rund 500 Befragte
Erhebungszeitraum: 04. bis 05. März 2013
Fallzahl Sonntagsfrage: 1.503 Befragte
Erhebungszeitraum: 04. bis 06. März 2013

Fehlertoleranz: 1,4* bis 3,1** Prozentpunkte; bei 500 Befragten: 1,9* bis 4,4** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5% ** bei einem Anteilswert von 50%

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KOMMENTARE

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dreyfus 08.03.2013 • 06:48 Uhr

@CE: Rinks und Lechts kann man nicht velwechsern?

"Was die gleichgeschlechtliche Partnerschaft angeht finde ich es eher schlecht von einer Ehe zu reden, denn das kann dabei niemals (also nur mit "Schummeln" durch künstliche Befruchtung oder Adoption) herauskommen." Ich versuche einmal zu helfen (nicht, dass ich möchte): "Ehe" (ich nehme einmal Wikipedia, um niemanden zu überfordern): "Die Ehe (althochdeutsch für etwa Ewigkeit, Recht, Gesetz; rechtssprachlich-historisch Konnubium) ist eine gesellschaftlich anerkannte, zumeist gesetzlich geregelte, gefestigte Lebensgemeinschaft von heterosexuellen und homosexuellen Menschen, die als Ehegatten (siehe Begattung), Eheleute, Ehepaar oder auch Ehepartner bezeichnet werden." Ich zitiere den Mikrozensus von 2008: "Insgesamt waren 2008 unter den 40- bis 44-jährigen Frauen 21 % kinderlos, der Anteil bei den 50- bis 54-Jährigen lag bei 16 %. Unter den 60 bis 64 Jahre alten Frauen hatten 12 % keine Kinder geboren." Fazit: Kinderlose Ehen überwiegen homosexuelle Partnerschaften etwa 6:1. Danke.