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ARD-DeutschlandTrend Mehrheit lehnt Pkw-Maut ab

Stand: 08.08.2014 09:21 Uhr

Fast die Hälfte der Deutschen ist gegen die geplante Pkw-Maut. Das hat der ARD-DeutschlandTrend ergeben. Außenpolitisch wünscht sich eine Mehrheit Neutralität im Gaza-Krieg - ganz anders sieht es im Ukraine-Konflikt aus.

Von Michael Strempel, WDR

Man könnte glauben, Deutschland sei eine glückliche Insel in einem finsteren Meer. Während in der Welt Kriege und Krisen wüten, die auch den Deutschen Sorgen bereiten, sind sie mit der Regierung zu Hause so zufrieden wie nie zuvor.

Zufrieden mit der Bundesregierung
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59 Prozent der Befragten sind mit der Arbeit der Bundesregierung zufrieden oder sehr zufrieden.

Noch nie hat Infratest-Dimap für den ARD-DeutschlandTrend eine so hohe Zustimmung für eine Bundesregierung gemessen: 59 Prozent der Befragten sind mit der Arbeit der Bundesregierung zufrieden oder sehr zufrieden. Selbst unter den Anhängern der grünen Opposition überwiegt die Zufriedenheit mit der Regierungsarbeit. Kein Wunder, dass auch die Kanzlerin enorme Zustimmung verzeichnet. Mit 74 Prozent Zufriedenheit teilt sie sich den Spitzenplatz im Politiker-Ranking mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier, der auf denselben Wert kommt.

In der Sonntagsfrage profitiert aber allein die Union von der großen Zufriedenheit, sie legt im Vergleich zum Vormonat um 2 Punkte zu auf 41 Prozent, die SPD stagniert bei 26 Prozent, bei den Oppositionsparteien gibt es wenig Bewegung: Grüne 10 Prozent (-1), Linke Prozent (+-0), AfD 5 Prozent (+-0), die FDP sinkt auf 3 Prozent (-1).

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ARD-DeutschlandTrend vom 07. August 2014

Sonntagsfrage

Sonntagsfrage

Zustimmung zu Pkw-Maut bröckelt

Ein Vorhaben der Regierung verliert jedoch an Zustimmung: Die Einführung einer Pkw-Maut ohne Mehrbelastung deutscher Autofahrer befürworten nur noch 46 Prozent der Befragten, 49 Prozent lehnen sie inzwischen ab. Im November 2013 war noch eine Mehrheit von 59 Prozent für diese Mautpläne. Ein Grund dafür mag sein, dass 62 Prozent der Befragten glauben, dass die Maut - entgegen der Versicherungen von Verkehrsminister Dobrindt - am Ende doch zu einer Mehrbelastung der deutschen Autofahrer führen würde.

ARD-DeutschlandTrend: Mehrheit zufrieden mit Bundesregierung
tagesthemen 22:15 Uhr, 07.08.2014

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Im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern wünschen sich die Befragten möglichst Neutralität der Bundesregierung: Zwei Drittel (69 Prozent) wollen, dass Deutschland sich aus diesem Konflikt heraushält. Verantwortlich für den Krieg im Gaza-Streifen halten 64 Prozent der Befragten beide Kriegsparteien gleichermaßen. 15 Prozent sehen die Hauptschuld bei Israel, fast gleich viele, 14 Prozent, bei der palästinensischen Hamas.

Gaza-Konflikt: Wie sollte sich die Bundesregierung verhalten?
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Im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern wünschen sich die Befragten möglichst Neutralität der Bundesregierung

70 Prozent finden EU-Reaktionen auf Ukraine-Krise richtig

Im Ukraine Konflikt wird die Verantwortung hingegen eindeutig zugewiesen: Eine große Mehrheit von 80 Prozent stimmt der Aussage zu, Russland trage einen großen Teil der Verantwortung für die Eskalation im Osten, 14 Prozent stimmen nicht zu. Die EU-Sanktionen finden große Unterstützung, 70 Prozent finden die Reaktionen der Europäischen Union auf die Krise richtig. 26 Prozent sind gegenteiliger Auffassung. Allerdings schmilzt die Zustimmung zu Sanktionen, wenn sie sich negativ auf Wirtschaft und Arbeitsplätze in Deutschland auswirken würden. Nur noch eine knappe Mehrheit von 49 Prozent würde solche Maßnahmen dann noch befürworten 46 Prozent hingegen nicht.

ARD-DeutschlandTrend: Große Zustimmung für EU-Reaktionen auf Ukraine-Krise
tagesthemen 22:15 Uhr

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Es gibt auch Verständnis für die Position Russlands: 40 Prozent der Befragten können nachvollziehen, dass sich Russland vom Westen bedroht fühlt, auch wenn die Mehrheit von 58 Prozent das nicht so sieht. Hoffnung besteht nach wie vor, dass Russland wieder ein Partner des Westens werden kann: Nur 36 Prozent glauben, dass diese Partnerschaft auf lange Sicht beendet ist, 58 Prozent glauben das nicht.

Aussagen über das Verhalten gegenüber Russland
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40 Prozent der Befragten können nachvollziehen, dass sich Russland vom Westen bedroht fühlt.

Untersuchungsanlage DeutschlandTrend

Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung ab 18 Jahren
Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl/ Dual Frame
(Relation Festnetz-/Mobilfunknummern 70:30)
Erhebungsverfahren: Computergestützte Telefoninterviews (CATI)***

Fallzahl: 1003 Befragte
Erhebungszeitraum: 04. bis 05. August 2014
Sonntagsfrage: 1.503 Befragte
Erhebungszeitraum: 04. bis 06. August 2014

Fehlertoleranz: 1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
*bei einem Anteilswert von 5 Prozent **bei einem Anteilswert von 50 Prozent
*** Die Ergebnisse sind auf ganze Prozentwerte gerundet, um falsche Erwartungen an die Präzision zu vermeiden. Denn für alle repräsentativen Befragungen müssen Schwankungsbreiten berücksichtigt werden. Diese betragen im Falle eine Erhebung mit 1000 Befragten bei großen Parteien rund 3 Prozentpunkte, bei kleineren Parteien etwa 1 Punkt. Hinzu kommt, dass der Rundungsfehler für kleine Parteien erheblich ist. Aus diesen Gründen wird deshalb in der Regel keine Partei unter 3 Prozent in der Sonntagsfrage ausgewiesen.
In der publizierten "Sonntagsfrage" werden  hingegen alle Parteien aufgeführt, die aktuell im Parlament vertreten sind, die in einer Umfrage auf einen Anteilswert von mindestens 3 Prozent kommen oder solche Parteien oder Gruppierungen, die auch bei niedrigen Anteilswerten eine Chance auf ein Mandat besitzen (so etwa der SSW in Schleswig-Holstein, für den die 5-Prozent-Hürde nicht gilt).

Vertrauen in die FIFA? Fast 90 Prozent der Deutschen schütteln da nur mit dem Kopf. Korruption sei im Fußballweltverband weit verbreitet. Außerdem im ARD-DeutschlandTrend: Mehr Verständnis für Kita-Mitarbeiter als für Lokführer. Und: die FDP kämpft sich zurück.

Das Image des Weltfußballverbands FIFA bei den Deutschen ist denkbar schlecht: nur 5 Prozent sagen vor dem Hintergrund der Bestechungsaffäre, sie würden großes oder sehr großes Vertrauen in den Verband haben - 89 Prozent hingegen haben gar kein oder nur wenig Vertrauen in die FIFA. Das hat eine Umfrage von Infratest dimap für den ARD-DeutschlandTrend ergeben.

Der angekündigte Rücktritt von Sepp Blatter ist für die Deutschen folgerichtig: In der Montag und Dienstag realisierten Umfrage gaben 83 Prozent der Deutschen an, dass der FIFA-Chef die Verantwortung für die Verfehlungen seiner Funktionäre übernehmen und zurücktreten sollte. Zugleich meinten 71 Prozent der Befragten, dass es nur ohne Blatter Veränderungen im System FIFA geben kann.

Vergangene Woche wurden sieben Funktionäre des Weltfußballverbands wegen Korruptionsverdachts festgenommen. Dass es sich dabei um Einzelfälle handeln könnte, glauben nur 6 Prozent der Deutschen. Eine sehr deutliche Mehrheit von 82 Prozent meint, dass bei der FIFA systematisch bestochen wurde. Der angekündigte Rücktritt von Blatter ist also für sie eine Bedingung für Verbesserungen im System - er reicht aber allein nicht aus, um mehr Transparenz zu erreichen.

Der Streik in den kommunalen Kitas dauerte mehr als drei Wochen an, doch bei den Deutschen stieß der Arbeitskampf auf eine breite Zustimmung: 69 Prozent der Bundesbürger hielten den Streik für gerechtfertigt, 29 Prozent hingegen hatten kein Verständnis für den Ausstand. Zum Vergleich: Bei der Tarifauseinandersetzung mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) gab im Monat Mai nur eine Minderheit von 46 Prozent an, Verständnis für den Bahnstreik zu haben. Das Verständnis für den Kita-Streik fällt also deutlich höher aus.

Ein Grund für die breite Zustimmung dürfte sein, dass viele Bürger die Bezahlung der Kita-Mitarbeiter für zu niedrig halten. Ausgehend von einem durchschnittlichen Einstiegsgehalt im öffentlichen Dienst von rund 2500 Euro brutto erklären nur 3 Prozent der Befragten, dass dies zu gut bezahlt sei. 41 Prozent meinen, diese Bezahlung sei angemessen. Eine Mehrheit von 53 Prozent der Befragten findet jedoch, dass die Erzieherinnen und Erzieher zu schlecht bezahlt werden.

Die Rangliste der beliebtesten Politiker führt weiterhin Außenminister Frank-Walter Steinmeier an: 74 Prozent der Befragten sind mit seiner Arbeit zufrieden bzw. sehr zufrieden, keine Veränderung im Vergleich zum Vormonat. Auf Platz zwei folgt Finanzminister Wolfgang Schäuble mit 69 Prozent (+1), Angela Merkel verliert vier Punkte und landet mit 66 Prozent Zustimmung auf dem dritten Platz. Platz vier belegt Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel mit 48 Prozent (-5), der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, Gregor Gysi, bleibt stabil bei 45 Prozent. Mit der Arbeit von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sind 41 Prozent der Befragten zufrieden bzw. sehr zufrieden (-3); Innenminister Thomas de Maizière kommt auf 40 Prozent Zustimmung (+2), Arbeitsministerin Andrea Nahles auf 36 Prozent (-5).

Bei der Sonntagsfrage kann die FDP leicht zulegen: Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, kämen die Liberalen auf 6 Prozent - das sind zwei Punkte mehr als im Vormonat. Diesen Wert erreichte die FDP zuletzt vor mehr als vier Jahren. Ansonsten bleiben vier Parteien unverändert. Die Union mit 40 Prozent, die SPD mit 25 Prozent, die Grünen mit 10 und die Linke mit 9 Prozent. Nur die Alternative für Deutschland verschlechtert sich um einen Punkt auf 5 Prozent.

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