Frank-Walter Steinmeier bei "Deutschland spricht" (Alexander Prost für ZEIT ONLINE)

"Deutschland spricht" Mit Dialog gegen die Dauerempörung

Stand: 23.09.2018 22:12 Uhr

Deutschland rede nicht mehr - Deutschland brülle, sagte Bundespräsident Steinmeier als Schirmherr der Aktion "Deutschland spricht". Er forderte mehr Dialog. 4300 Paare diskutierten bundesweit.

Von Marie von Mallinckrodt, ARD-Hauptstadtstudio

Aus gesellschaftlichen Haarrissen seien mittlerweile tiefe Gräben geworden, sagt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf der Bühne in einer ehemaligen Maschinenhalle in Berlin-Kreuzberg. Von "Bewährungsjahren für die Demokratie" hatte er bei der Ernennung des Kabinetts gesprochen und an die Koalitionäre appelliert, ein Neuaufguss des Alten reiche nicht.

Jetzt appelliert er - als Schirmherr der Aktion "Deutschland spricht" - an die ganze Gesellschaft: Die Empörung über die Empörung der Anderen helfe nicht weiter. Es brauche den Dialog mit Andersdenkenden in einer Zeit der Dauerempörung, in der Gruppen regelrecht gegeneinander in den Kulturkampf zögen. Er mahnte, Deutschland spreche nicht, Deutschland brülle. Kommunikation mit Andersdenkenden sei anstrengend, aber sie zu verweigern, bedeute das Ende der Kompromissfähigkeit.

Steinmeier für Reden statt Brüllen
tagesthemen 23:15 Uhr, 23.09.2018

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4300 Duos von Flensburg bis Freiburg

Im Publikum sind zumindest kompromisswillige und gewiss debattierfreudige Menschen, Dutzende von ihnen sind in Zweiergrüppchen miteinander in den Dialog getreten - über autofreie Innenstädte, Grenzkontrollen und Besteuerung von Fleisch. Sie alle hatten vorab Fragen beantwortet etwa: "Sollen deutsche Innenstädte autofrei werden?" oder "Geht es den Deutschen heute schlechter als vor zehn Jahren?".

Eine Software ermittelte die passenden Gesprächspartner, die in ihrer politischen Meinungen weit voneinander entfernt sind, aber nah beieinander leben. Von Flensburg bis Freiburg haben etwa 4300 Duos über strittige Themen diskutiert.

Gespräche mit Andersdenkenden

"Die Filterblase ist in unserem Kopf", sagt Jochen Wegner, Chefredakteur von "Zeit Online". Und die Gespräche mit Andersdenkenden könnten helfen, genau das zu verändern. In seiner Redaktion entstand in Zeiten von Trump und Brexit, in einer Zeit also der zunehmenden Polarisierung, die Idee zur Aktion. Mittlerweile gibt es etliche Projektpartner, wie auch tagesschau.de. Auch im Ausland sind ähnliche Aktionen geplant.

Auf der Bühne berichten ehemalige Diskussionspaare, die bereits vergangenes Jahr miteinander debattiert haben. Da ist etwa die Agraringenieurin, die mit einer Frau zusammen ist, und der Polizist. Beide aus Köln und beide waren in Sachen gleichgeschlechtlicher Ehe nicht auf einem Nenner. Ihr Treffen habe sie beide zum Nachdenken gebracht, neue Einsichten vermittelt.

Vielleicht ist es das, was einer der internationalen Partner der Aktion meint, wenn er vom "Klang der Demokratie" spricht, den er meinte zu verspüren, als in Bologna viele unterschiedliche Diskussionspartner aufeinander trafen. Es geht um Konsensfähigkeit, darum Vorurteile abzubauen und einen Perspektivenwechsel einzunehmen.

Das große Treffen der Andersdenkenden
tagesthemen 23:15 Uhr, 23.09.2018, M. Aden/U. Schmidt/A. Kartschall, NDR

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Diskutieren gegen das Ohnmachtsgefühl

Die große Eröffnungsveranstaltung stand im Radialsystem zwar im Mittelpunkt - aber es wurde eben auch viel von Angesicht zu Angesicht diskutiert. Da ist etwa die Anwältin und der Sozialarbeiter aus Hamburg. Sie kommen, wie sie beide sagen, aus ganz unterschiedlichen Lebenswelten, doch sie eint ein gewisses Ohnmachtsgefühl: das Auseinanderdriften der Gesellschaft und die eigene Machtlosigkeit, etwas dagegen tun zu können. Auch deshalb sind sie hier.

Dialog ist ein Beginn. Und so tauschten die beiden sich aus über die Frage, ob es den Deutschen heute schlechter geht als vor zehn Jahren. Die Anwältin meint nein, der Sozialarbeiter ja. Auch wenn sie ihre Haltung nicht ändern, beide gewinnen Einsichten in die Perspektive des Anderen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 23. September 2018 um 23:15 Uhr.

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