Schützenpanzer des Typs Marder werden auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr (Bayern) auf einen Zug verladen. (Archivbild 2017) | dpa

Waffen für die Ukraine Deutschland plant Ringtausch mit Griechenland

Stand: 31.05.2022 19:51 Uhr

Über einen Ringtausch zwischen Deutschland und Griechenland sollen weitere Waffen an die Ukraine geliefert werden. Ähnliche Vereinbarungen hat Deutschland bereits mit Slowenien und Tschechien getroffen.

Nach Slowenien und Tschechien strebt Deutschland nun auch mit Griechenland einen sogenannten Ringtausch an. Auf diesem Wege soll die Ukraine mit weiteren schweren Waffen versorgt werden.

Den weiteren Ringtausch kündigte Bundeskanzler Olaf Scholz nach einem Gespräch mit dem griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis am Rande des EU-Gipfels in Brüssel an. "Das wird jetzt ganz konkret zwischen den Verteidigungsministerien zu Ende besprochen und dann auch schnell umgesetzt werden können", so Scholz.

Ähnlicher Tausch wie mit Tschechien?

Konkrete Details nannte der Kanzler noch nicht, sagte aber, dass mit Griechenland Ähnliches geplant sei, wie es für den Ringtausch mit Tschechien vorgesehen sei. Die griechischen Streitkräfte verfügen über Schützenpanzer des sowjetischen Typs BMP-1. Dafür könnten sie deutsche Schützenpanzer vom Typ Marder erhalten.

Vor knapp zwei Wochen hatten die deutsche und die tschechische Regierung sich darauf geeinigt, dass Deutschland 15 "Leopard-2"-Panzer aus Industriebeständen an Tschechien liefern soll - als Ausgleich für das schwere Gerät aus Sowjetzeiten, dass aus tschechischen Beständen für das ukrainische Militär bereitgestellt wurde. Die ukrainischen Streitkräfte sind im Umgang mit diesen Waffen geschult.

Tschechische Medien hatten damals berichtet, dass sowjetische Panzer vom Typ T-72 und weitere schwere Rüstungsgüter an die Ukraine geliefert wurden. Demnach handelte es sich dabei unter anderem um Panzer der sowjetischen Bauart T-72, BMP-1-Schützenpanzer und Dana-Haubitzen.

Mehrfache Forderung nach mehr NATO-Unterstützung

Auch das griechische Militär verfügt über Schützenpanzer des sowjetischen Typs BMP-1. Die Regierung des Landes hatte wiederholt auf mehr Unterstützung durch die NATO-Partner gedrängt. Mitte des Monats hatte der griechische Verteidigungsminister Nikos Panagiotopoulos abermals betont, sein Land werde nur dann schwere Waffen an die Ukraine liefern, wenn diese sofort durch ähnliche Waffensysteme aus Beständen anderer NATO-Mitglieder ersetzt würden.

Als erstes hatte Deutschland mit Slowenien einen Ringtausch vereinbart. Der Deal: Aus Slowenien sollte eine größere Zahl von T-72-Kampfpanzern - ebenfalls noch aus Sowjetzeiten - an die Ukraine gehen. Und aus Deutschland sollte Slowenien dafür den Schützenpanzer Marder und den Radpanzer Fuchs erhalten.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 31. Mai 2022 um 19:30 Uhr.