Passanten in der Münchner Innenstadt. | Bildquelle: dpa

Deutsche Bevölkerung Erstmals über 83 Millionen Einwohner

Stand: 27.06.2019 12:08 Uhr

Deutschland leben so viele Menschen wie nie zuvor. Neueste Zahlen belegen, dass die Bevölkerung um 227.000 Menschen auf 83 Millionen Einwohner anwuchs. Gründe dafür liegen in der Zuwanderung.

Die deutsche Einwohnerzahl hat eine neueste Höchstmarke erreicht.  Im vergangenen Jahr wuchs die Bevölkerung um 227.000 Menschen oder 0,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden mitteilte. Damit leben in Deutschland erstmals über 83 Millionen Menschen. Die exakte Zahl zum Jahresende gab das Bundesamt mit 83,0192 Millionen an.

Grund sei, dass nach vorläufigen Ergebnissen 386.000 Menschen mehr zu- als abwanderten und zugleich die Zahl der Sterbefälle die der Geburten um 167.000 überstieg. Das Wachstum fiel aber geringer aus als in den Vorjahren: 2017 hatte es 271.000 betragen, im Jahr zuvor 346.000. Der Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung erhöhte sich 2018 den Angaben zufolge von 11,7 Prozent auf 12,2 Prozent. Am 31. Dezember 2018 lebten rund 72,9 Millionen deutsche und 10,1 Millionen ausländische Staatsbürger in Deutschland.

Gesellschaft wird weiter altern

Die Statistiker betonten allerdings auch, dass Deutschland trotz der Zuwanderung und höherer Geburtenrate weiter altern werde. "In 30 Jahren wird etwa jede zehnte Person mindestens 80 Jahre sein", so Destatis-Expertin Sabine Bechtold. Derzeit sind es rund fünf Prozent. Die Zuwanderungswelle aus dem Jahr 2015 wird aus Sicht der Statistikerin "kein Dauerzustand" sein. "Krisenherde im Nahen und Mittleren Osten sowie die instabile Lage in mehreren afrikanischen Staaten deuten aber darauf hin, dass die Zuwanderung Schutzsuchender mittelfristig auf der Tagesordnung bleiben wird."

Regional große Unterschiede

Die Entwicklung verlief den Angaben zufolge regional unterschiedlich. Den größten Zuwachs verzeichnete Bayern mit 79.500 Menschen, gefolgt von Baden-Württemberg mit 46.100 und Berlin mit 31.300 Einwohnern. Prozentual hatten Berlin (plus 0,9 Prozent) sowie Bayern und Hamburg (jeweils plus 0,6 Prozent) die Nase vorn.

Die Zahlen zeigten weiter ein Ost-West-Gefälle, erklärte das Bundesamt. Mit Ausnahme des Saarlands wuchs die Bevölkerung in allen westlichen Bundesländern, in den neuen Bundesländern ohne Berlin gab es dagegen nur in Brandenburg ein Plus (7900 Menschen).

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 27. Juni 2019 um 10:45 Uhr.

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