Kleine "Einheitsmännchen" aus Plastik in den Farben schwarz, rot, gold

25 Jahre Wiedervereinigung Wie steht es um die Deutsche Einheit?

Stand: 02.10.2015 14:09 Uhr

Wie unterscheiden sich die Lebensverhältnisse in Ost und West - 25 Jahre nach der Wiedervereinigung? Das war einen Tag vor dem Tag der Deutschen Einheit Thema im Bundestag. Das Fazit: Die "neuen" Länder holen auf - aber es gibt noch immer viel zu tun.

"Der Aufholprozess kommt seit Jahren nur noch langsam voran" - so das Fazit der Ost-Beauftragten der Bundesregierung, Iris Gleicke, zum Stand der Wiedervereinigung. Deshalb sei es auch unbedingt erforderlich, die finanzielle Förderung der "neuen" Bundesländer fortzusetzen, sagte die SPD-Politikerin bei den Beratungen über den "Jahresbericht Deutsche Einheit 2015" im Bundestag. Denn die Entwicklung sei, wenn auch im Kern positiv, nicht für alle Menschen in Ostdeutschland zu allen Zeiten gut verlaufen. "Es gab nicht nur andauernden Erfolg und immerwährendes Wachstum", sondern eben auch "verheerende Massenarbeitslosigkeit" und schwere Fehleinschätzungen, betonte Gleicke.

Der Jahresbericht 2015 zur Einheit war in der vergangenen Woche vom Bundeskabinett verabschiedet worden. Demnach hat sich das reale Bruttoinlandsprodukt, das den Gesamtwert aller Wirtschaftsleistungen nach Abzug der Preissteigerung misst, im Osten seit 1991 mehr als verdoppelt - es liegt heute bei 67 Prozent des Westniveaus.

Einheit vor allem Verdienst der DDR-Bürger

In der Debatte hoben Politiker aller Parteien den Mut und die Entschlossenheit der DDR-Bürger hervor. Ohne deren Einsatz wäre die Wende nicht möglich gewesen, sagte der scheidende Linksfraktionschef Gregor Gysi. Allerdings müsse man auch zur Kenntnis nehmen, dass die Wiedervereinigung nicht von allen als Bereicherung empfunden wurde. "Sehr viele wurden auch arbeitslos. Ein 50-Jähriger, der bis zur Rente arbeitslos blieb, hat die Bereicherung kaum empfunden", sagte Gysi.

Der CSU-Abgeordnete Peter Ramsauer erinnerte an die Rolle von Altkanzler Helmut Kohl: Diese habe die Zeichen der Zeit richtig gedeutet. "Weil er in der Wiedervereinigung eine zutiefst europäische Frage sah", hätten auch die "europäischen Partner und Freude" das notwendige Vertrauen in Deutschland gesetzt.

Die offiziellen Feierlichkeiten zur Deutschen Einheit beginnen am Samstag, Gastgeber ist in diesem Jahr Hessen. In Frankfurt am Main beginnt aber bereits am Nachmittag das dreitägige Bürgerfest - die Polizei ist dort mit einem Großaufgebot im Einsatz. Höhepunkt ist der morgige Festakt in der Alten Oper, bei dem unter anderem auch Bundespräsident Joachim Gauck sprechen wird. In der Hauptstadt Berlin soll es ein Lichterfest geben.

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