Demonstranten in Köln halten ein Plakat mit einem stilisierten Kölner Wappen und der Aufschrift "Refugees are welcome here" ("Flüchtlinge sind hier willkommen") in die Höhe | Bildquelle: REUTERS

Asylpolitik Demos in Köthen und Köln

Stand: 16.09.2018 22:46 Uhr

In Köln haben mehr als 12.000 Menschen für eine humane Asyl- und Flüchtlingspolitik und gegen eine Abschottung Europas demonstriert. Ganz anders der Tenor einer Demo in Köthen in Sachsen-Anhalt.

Mehrere tausend Menschen haben in Köln auf einer Demonstration eine menschliche Asyl- und Flüchtlingspolitik gefordert. Über 120 Initiativen, Organisationen, Vereine, Parteien, Wohlfahrtsverbände und die beiden großen christlichen Kirchen hatten zu der Kundgebung aufgerufen. Das Motto der Veranstaltung lautete "Köln zeigt Haltung".

"Wir stehen hier, weil wir nach wie vor für eine Flüchtlingspolitik im Geiste der Nächstenliebe eintreten, ein Gebot Gottes", sagte der Stadtsuperintendent des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region, Rolf Domning. Im Geiste dieser Nächstenliebe "kann und darf es keinen Generalverdacht gegen Flüchtlinge geben, kein Jagen, keine Hetze, keine Angstmache". Christliche Werte dürften nicht durch rechtspopulistische Gruppierungen und Parteien missbraucht werden.

Kundgebung für eine humane Flüchtlingspolitik auf dem Heumarkt in Köln | Bildquelle: REUTERS
galerie

An der Kundgebung und dem anschließenden Konzert in Köln nahmen etwa 12.000 Menschen teil.

"Charakter eines friedlichen Volksfestes"

Nach Angaben der Polizei hatte die Veranstaltung den Charakter eines friedlichen Volksfestes. Neben einem Demonstrationszug gab es Kundgebungen und Konzerte. Insgesamt nahmen nach Schätzungen etwa 12.000 Menschen teil.

Die Initiative "Köln zeigt Haltung" hatte nach den Vorfällen in Chemnitz zu der Demonstration aufgerufen. Dort hatte es wiederholt rechtsradikale und fremdenfeindliche Kundgebungen und Ausschreitungen gegeben. Auslöser dafür war der Tod eines Deutsch-Kubaners. Er soll von Asylbewerbern erstochen worden sein. Aufgeklärt ist diese Tat noch nicht.

"Merkel muss weg"-Rufe in Köthen

In der Kleinstadt Köthen in Sachsen-Anhalt gab es eine Demo von mehreren rechten und zum Teil rechtsextremen Gruppen - darunter das fremdenfeindliche "Pegida"-Bündnis. Auch AfD-Vertreter waren nach Köthen gekommen, darunter Ex-Fraktionschef André Poggenburg.

Hunderte Menschen zog es auf den Marktplatz. Viele Deutschlandfahnen wehten, auf Plakaten standen Aufschriften wie: "Wir wollen keine Messermänner". "Merkel muss weg"-Rufe ertönten. Redner kritisierten die Asylpolitik und machten Bundeskanzlerin Angela Merkel für die Todesfälle in Chemnitz und Köthen verantwortlich.

Demonstrationszug rechtsgerichteter Gruppen in Köthen | Bildquelle: dpa
galerie

Etwa 1200 Menschen beteiligten sich an einem rechtsgerichteten Demonstrationszug in Köthen.

Polizei: 1400 bei Demo - 850 bei Gegendemo

Die Kundgebung auf dem Marktplatz begann mit einer Schweigeminute. Der Veranstalter sagte, man dulde keinen Extremismus, keine Gewalt und keine Provokateure. Die Polizei sprach von 1400 Teilnehmern, bei der Gegendemonstration waren es laut Polizei 850 Teilnehmer.

Die Demos verliefen nach Angaben der Polizei weitestgehend störungsfrei. Um die Lager auseinanderzuhalten, war die Polizei nach eigenen Angaben mit mehr als 1000 Einsatzkräften in der Stadt.

Demo für humane Asyl- und Flüchtlingspolitik in Köln / Rechtsextreme und Gegendemonstranten protestieren in Köthen
16.09.2018

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Hintergrund der Kundgebungen ist der Tod eines 22-Jährigen vor einer Woche. Nach Behördenangaben starb der schwer herzkranke Deutsche an einem Infarkt, nachdem er sich schlichtend in einen Streit zwischen mehreren Afghanen eingeschaltet hatte und ins Gesicht geschlagen wurde. Zwei 18 und 20 Jahre alte Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft.

Seit dem Tod des Mannes gab es mehrere Demos in der Kleinstadt. Bei der ersten Spontandemo vor einer Woche waren laut Verfassungsschutz rund 500 Rechtsextreme unter den 2500 Teilnehmern. Die Polizei ermittelt unter anderem wegen Volksverhetzung.

Angriff auf Flüchtlinge im Harz

Im Harz wurde eine Gruppe von Flüchtlingen von zwei Männern attackiert, beschimpft und geschlagen. Bei dem Angriff am Samstagabend im sachsen-anhaltischen Hasselfelde seien zwei 17 Jahre alte Jugendliche leicht verletzt worden, teilte die Polizei mit. Sie ermittelt nun wegen Körperverletzung und Volksverhetzung.

Nach bisherigen Erkenntnissen waren die vier afghanischen Flüchtlinge mit einer Betreuerin am Sportplatz auf dem Weg zu ihrem Auto. Dann seien zwei Männer auf die Gruppe zugegangen und hätten die beiden 17-Jährigen beschimpft und volksverhetzend beleidigt. Schließlich schlugen sie den Polizei-Angaben zufolge auf die beiden Jugendlichen ein.

Darstellung: