Polizisten sichern die Straße zwischen den Demonstrationen | Bildquelle: AP

Nach Tötungsdelikt Verletzte bei Kundgebungen in Chemnitz

Stand: 28.08.2018 01:52 Uhr

Die Polizei fuhr Wasserwerfer auf, Feuerwerkskörper flogen: Bei rechts- und linksgerichteten Demonstrationen in Chemnitz wurden mehrere Menschen verletzt. Die Polizei war offenbar mit zu wenigen Einsatzkräften vor Ort.

Nach dem Tod eines 35-Jährigen in Chemnitz ist es bei Kundgebungen rechts- und linksgerichteter Demonstranten in der Stadt zu Gewalt gekommen. Mindestens zwei Personen wurden verletzt. Zur Schwere der Verletzungen gibt es noch keine Angaben. Bei der Abreise wurden laut Polizei später zudem vier Teilnehmer der rechten Bürgerbewegung Pro Chemnitz verletzt.

Bei den Demonstrationen seien Feuerwerkskörper und Gegenstände geworfen worden, so die Polizei. Die Stimmung sei aggressiv gewesen, berichteten Teilnehmer. Beide Kundgebungen waren nur durch eine mehrspurige Straße voneinander getrennt.

An den Demonstrationen nahmen mehrere tausend Menschen teil. Die rechtspopulistische Bewegung "Pro Chemnitz" hatte zu einer Kundgebung vor dem Karl-Marx-Monument aufgerufen. Laut Schätzungen nahmen daran mehr als 2000 Menschen teil, der MDR berichtete sogar von mehr als 5000 Demonstranten. Wenige Meter von der Versammlung entfernt hatte das Bündnis "Chemnitz Nazifrei" zu einer Gegendemonstration gegen rechte Gewalt aufgerufen, die Teilnehmerzahl wurde auf mehr als 1000 geschätzt.

Die Polizei versuchte, die Veranstaltungen zu trennen. Auch Vermummte wurden gesichtet. Offenbar kam es wiederholt zu Versuchen, die Kette der Beamten zu durchbrechen, die Polizei hatte unter anderem Wasserwerfer auffahren lassen.

Polizeisprecher: "Zu wenig Personal"

Nachdem sich die beiden Demonstrationen aufgelöst hatten, räumte ein Polizeisprecher Personalmangel in den eigenen Reihen ein. Man habe mit einigen Hundert Teilnehmern gerechnet und sich entsprechend vorbereitet, aber nicht mit einer solchen Teilnehmerzahl, sagte er auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. "Der Einsatz verlief nicht störungsfrei." Noch am Nachmittag hatte Polizeipräsidentin Sonja Penzel versichert, ausreichend Kräfte angefordert worden. Es werde nicht zugelassen, dass Chaoten die Stadt vereinnahmen, sagte sie.

Demonstrationen nach rechter Gewalt in Chemnitz
tagesthemen 22:15 Uhr, 27.08.2018, Nadja Storz, MDR

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Drei Anzeigen wegen Übergriffen auf Ausländer

Anlass waren gewalttätige Ausschreitungen am Wochenende am Rande des Stadtfestes in Chemnitz. Dabei war ein 35-jähriger Deutscher durch Messerstiche getötet worden, zwei weitere Menschen erlitten schwere Verletzungen. Gegen einen 23-jährigen Syrer und einen 22-jährigen Mann aus dem Irak wurde Haftbefehl wegen Totschlags erlassen. Die Bluttat wurde Auslöser für fremdenfeindliche Ausschreitungen in der Stadt. Videos im Internet zeigen, dass offenbar Migranten angegriffen wurden.

Wie die Chemnitzer Polizei heute bekannt gab, liegen drei Anzeigen zu Angriffen auf Ausländer während dieser Ausschreitungen vor. So seien am Sonntag eine 15 Jahre alte Deutsche und deren 17-jähriger afghanischer Begleiter von Unbekannten attackiert und leicht verletzt worden. Später sei ein 18 Jahre alte Syrer geschlagen worden. Zudem sei ein 30-jähriger Bulgare von einem Unbekannten festgehalten und bedroht worden.

Polizeipräsidentin Sonja Penzel forderte die Bevölkerung auf, eventuell vorhandenes weiteres Filmmaterial von der tödlichen Attacke oder den anschließenden Ausschreitungen den Ermittlungsbehörden zur Verfügung zu stellen.

Kretschmer: rechte Stimmungsmache "widerlich"

Zahlreiche Politiker hatten die Vorgänge vom Sonntag verurteilt. Für die Bundesregierung erklärte Sprecher Steffen Seibert: "Solche Zusammenrottungen, Hetzjagden auf Menschen anderen Aussehens, anderer Herkunft, oder der Versuch, Hass auf den Straßen zu verbreiten, nehmen wir nicht hin." In Deutschland sei kein Platz für Selbstjustiz und für "Gruppen, die auf den Straßen Hass verbreiten wollen, für Intoleranz und für Extremismus".

Susann Reichenbach, MDR, über die aktuelle Lage in Chemnitz
tagesthemen 22:15 Uhr, 27.08.2018

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Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) prangerte die Ausschreitungen am Sonntag an. "Es ist widerlich, wie Rechtsextreme im Netz Stimmung machen und zur Gewalt aufrufen", schrieb er auf Twitter. "Wir lassen nicht zu, dass das Bild unseres Landes durch Chaoten beschädigt wird." Innenminister Wöller sprach bei einem Besuch in Chemnitz von einer "neuen Dimension der Eskalation". Es kursierten Spekulationen, Falschmeldungen und regelrechte Lügen im Netz, sagte er.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. August 2018 um 04:11 Uhr.

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