Der Sänger Daniel Küblböck im Jahr 2015 | Bildquelle: dpa

Vermisst auf dem Atlantik Küstenwache gibt Suche nach Küblböck auf

Stand: 10.09.2018 20:07 Uhr

Seit Sonntagmorgen wurde der Sänger Daniel Küblböck vermisst. Er war bei einer Kreuzfahrt vor der Küste Neufundlands über Bord gegangen. Nun stellte die kanadische Küstenwache die Suche nun ein.

Die Suche nach dem in den Atlantik gestürzten Popsänger Daniel Kaiser-Küblböck ist nach gut einem Tag eingestellt worden. Die Schiffe in dem Seegebiet vor Kanada würden aber informiert und hielten weiterhin Ausschau, hieß es in einer Mitteilung auf der Website des früheren Fernsehstars. "Wir, die Familie, Angehörige und engen Freude, hoffen auf ein Wunder!"

Man bitte darum, auf Spekulationen rund um das Verschwinden Küblböcks zu verzichten und die Familie in Ruhe zu lassen. Man habe "derzeit keine Kraft, die Vorfälle zu kommentieren".

Etwa 10,5 Grad Wassertemperatur

Der 33-Jährige war nach Angaben des Anbieters Aida Cruises bei einer Kreuzfahrt von Hamburg nach New York am Sonntag in der Labrador See, etwa 185 Kilometer nördlich von St. John's/Neufundland, über Bord gegangen. Die Wassertemperatur beträgt dort zurzeit etwa 10,5 Grad. Ohne Hilfe liegt die Überlebenschance bei nur wenigen Stunden.

Die kanadische Küstenwache hatte zunächst ihre Suche nach dem Vermissten auch mit Unterstützung aus der Luft fortgesetzt, dann wegen der geringen Überlebenschance aber die schwere Entscheidung getroffen, diese abzubrechen.

Der Kreuzfahrt-Veranstalter Aida äußerte die Vermutung, dass Kaiser-Küblböck vom Schiff gesprungen sei. Sie teilte den Angehörigen mit: "In dieser schwierigen Zeit sind wir mit unseren Gedanken bei der Familie des Vermissten. Das AIDA Care Team ist in engem Austausch mit den Angehörigen, um ihnen in allen Fragen zur Seite zu stehen."

Kaiser-Küblböck im Jahr 2004. | Bildquelle: dpa
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Kaiser-Küblböck im Jahr 2004. Zuletzt besuchte er die ETI Schauspielschule Berlin des Vereins Europäisches Theaterinstitut.

Schauspielschule weist Mobbing-Vorwürfe zurück

Küblböck wurde vor etwa 16 Jahren als damaliger Teenager mit der ersten Staffel der RTL-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) berühmt.

Die zuletzt von Küblböck besuchte Berliner Schauspielschule reagierte auf Vorwürfe, er sei gemobbt worden. "Die Behauptung über Mobbing an unserer Schule weisen wir strikt zurück", hieß es in einer Erklärung der ETI Schauspielschule Berlin des Vereins Europäisches Theaterinstitut. "Wir sind zutiefst bestürzt und geschockt über das Verschwinden unseres Schülers Daniel Kaiser-Küblböck." In Gedanken sei man bei der Familie, den Freunden und Fans.

Im Internet kursiert ein angeblich von Küblböck verfasster Netz-Eintrag, in dem von monatelangem Mobbing an der Schule die Rede ist und einer Dozentin vorgeworfen wird, nichts dagegen getan zu haben.

Daniel Kaiser-Küblböck (r) im Jahr 2003 an der Schulter seines Mentors Dieter Bohlen | Bildquelle: dpa
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Kaiser-Küblböck, rechts, im Jahr 2003 mit seinem damaligen Mentor Bohlen. "Er war auf der einen Seite ein unheimlich lustiges Kerlchen", so der Musikproduzent.

Kritik an Musikproduzent Bohlen

Einige Kritik erntete Musikproduzent Dieter Bohlen, der sich in einem bei Instagram geposteten Video "total geschockt" zeigte. Der DSDS-Chefjuror trug darin einen Kapuzen-Pullover, der ausgerechnet die Aufschrift "Be one with the Ocean" (Sei eins mit dem Ozean) zeigte.

Später entschuldigte sich Bohlen dafür: "Das ist völlig falsch rübergekommen." Wenn es falsch verstanden worden sei, "dann tut's mir wirklich wirklich leid".

Über Kaiser-Küblböck sagte der 64-jährige Bohlen: "Er war auf der einen Seite ein unheimlich lustiges Kerlchen, was man so im Fernsehen gesehen hat, aber wenn er bei mir zu Hause war, gab es eben auch das totale krasse Gegenteil: Er konnte unheimlich traurig und unheimlich depressiv sein. Und ich habe mich dann damals gewundert, wie unheimlich schnell das so hin und herging bei ihm."

Viel Aufmerksamkeit der Medien

Kaiser-Küblböck, geboren im niederbayerischen Hutthurm in der Nähe von Passau, wurde im März 2003 Dritter bei DSDS - hinter Alexander Klaws und Juliette Schoppmann. Nicht zuletzt wegen seiner aufgeweckten und aufgekratzten Art bekam er damals viel Medienaufmerksamkeit. Anfang 2004 war er dann auch in der ersten Staffel des RTL-Dschungelcamps "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus" einer der Teilnehmer.

Vor vier Jahren bewarb sich Kaiser-Küblböck vergeblich mit dem Lied "Be A Man" um die Teilnahme am Eurovision Song Contest in Kopenhagen. Vor drei Jahren nahm er als Kandidat an der achten Staffel der RTL-Show "Let’s Dance" teil. Zuletzt lebte der 33-Jährige in Berlin und Palma de Mallorca.

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Kanadische Küstenwache stellt Suche nach Küblböck ein
Georg Schwarte, ARD New York
11.09.2018 10:09 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 10. September 2018 um 16:53 Uhr.

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