Nach der Unterzeichnung einer Absichtserklärung zur Errichtung der Cyberagentur des Bundes am 3. Juli 2019 im Flughafen Leipzig Halle: Bundesinnenminister Horst Seehofer (2.v.l., CDU), der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) Peter Tauber (l., CDU) sowie Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (r., CDU) und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (2.v.r., CDU) | Bildquelle: imago images / Peter Endig

Neue Bundesbehörde Offizieller Startschuss für Cyberagentur

Stand: 11.08.2020 17:06 Uhr

Die Bundesregierung hat die offizielle Gründungsurkunde für eine neue Cyberagentur unterzeichnet. Sie soll Deutschland vor digitalen Angriffen schützen - muss nun aber erstmal geeignetes Personal dafür finden.

Eineinhalb Jahre nach der ersten Ankündigung ist die neue Cyberagentur des Bundes mit Übergangssitz in Halle offiziell gegründet worden. Eine entsprechende Urkunde sei unterzeichnet worden, teilte das Bundesverteidigungsministerium mit. Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sprach von einem "Meilenstein zum Schutz unserer IT-Systeme". Die neue Agentur wird gemeinsam vom Verteidigungs- und vom Bundesinnenministerium getragen.

Aufgabe der Behörde ist es, vielversprechende neue Entwicklungen im Bereich der Cybersicherheit zu identifizieren und zu fördern. Die Ergebnisse soll sie der Bundesregierung zur Verfügung stellen und so die innere und äußere Sicherheit verbessern. Dafür wird sie bis 2023 mit 350 Millionen Euro finanziert. Bis zu 100 Arbeitsplätze sollen direkt bei der Agentur entstehen.

Kritik von den Grünen, Lob von der FDP

Mit der Agentur werde Deutschlands "digitale Souveränität" gestärkt, hießt es. Die Bundesregierung will bei der Cybersicherheit nicht wie bisher stark auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen sein.

Die Grünen im Bundestag hingegen sprechen mit Blick auf den Namen von einem Etikettenschwindel: "Diese Agentur, von der niemand genau weiß, was sie eigentlich leisten soll, erhöht die IT-Sicherheit absehbar nicht, sondern gefährdet sie eher", kritisiert der Grüne Fraktionsvize Konstantin von Notz gegenüber dem ARD-Hauptstadtstudio.

Anders sieht man das bei der FDP. Deren Fraktionsvize Stephan Thomae begrüßt die Gründung als "wichtigen Schritt".  

Erste Aufgabe: Personal finden

Forschungsdirektor der Cyberagentur ist Christoph Igel. Er war ein führender Kopf am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, bevor er zur Bundeswehr wechselte und jetzt den Aufbau der neuen Cyberagentur übernahm. Die erste drängende Aufgabe werde es sein, die besten Köpfe in Deutschland zum Thema Cybersicherheit zu gewinnen, wird Igel vom Verteidigungsministerium zitiert.

Die neue Einrichtung bezieht ihren Sitz in Halle. Sie sei gezielt in dieser Region angesiedelt worden, die auch vom Strukturwandel durch den Braunkohleausstieg betroffen ist, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer: "Das ist gelebte Heimatpolitik."

Der Start der Cyberagentur hatte sich mehrfach verschoben. Zunächst dauerte die Standortsuche länger als geplant, dann bremste der Haushaltsausschuss des Bundestags, weil über die Organisationsform der Agentur gestritten wurde.

Mit Informationen von Kai Küstner, ARD-Hauptstadtstudio

Bundesregierung startet neue Cyberagentur
Kai Küstner, ARD Berlin
11.08.2020 13:32 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 11. August 2020 um 17:42 Uhr.

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