Markus Söder und Horst Seehofer | Bildquelle: dpa

Landtagswahl in Bayern Seehofer tritt nicht wieder an

Stand: 04.12.2017 08:46 Uhr

Der bayerische Ministerpräsident Seehofer wird nicht mehr als CSU-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl antreten. Das sagte der CSU-Europaabgeordnete Ferber dem NDR. Parteivorsitzender wolle Seehofer aber bleiben. Kommt es zu einer Kampfabstimmung um die Spitzenkandidatur?

Schon vor der Sitzung der bayerischen CSU-Fraktion haben sich mehrere Christsoziale öffentlich geäußert, um die Entscheidung der Abgeordneten vorzubereiten: Horst Seehofer wird offenbar bei der Landtagswahl im kommenden Jahr nicht mehr als Spitzenkandidat antreten. Der CSU-Europapolitiker Markus Ferber sagte im NDR: "Es tagt ab 8:30 Uhr die Landtagsfraktion, die einen Vorschlag für die Spitzenkandidatur machen wird und dort wird Horst Seehofer nicht mehr antreten." Seehofer sei aber bereit, erneut als Parteivorsitzender zu kandidieren, betonte Ferber. Grund sei auch die "schwierige Situation in Berlin".

Seehofer könnte bereits vor der Landtagswahl seinen Posten als Ministerpräsident räumen, um seinem Nachfolger für die Kandidatur zumindest einen kleinen Amtsbonus zu verschaffen und innerparteilich für Ruhe zu sorgen. In der Partei wird davon ausgegangen, dass der 68-Jährige bis zum Abschluss möglicher Koalitionsverhandlungen in Berlin Ministerpräsident bleibt, auch um seine Position nicht zu schwächen.

Sebastian Kraft @_kraftsebastian
Guten Morgeb aus dem Landtag der Frühaufsteher. Um 8:30 stimmt die Fraktion vermutlich über den Nachfolger von #Seehofer als bayerischer MP ab. Wechsel würde aber vermutlich erst im Frühjahr 2018 sein. #Söder #Herrmann https://t.co/KFtGsyj5LT

Geht Herrmann in eine Kampfabstimmung?

Damit deutet sich eine Doppelspitze in der CSU an. Es ist allerdings unklar, ob der bayerische Finanzminister Markus Söder sein Nachfolger werden soll oder ob es eine Kampfabstimmung zwischen Söder und Innenminister Joachim Herrmann geben könnte. Herrmann ließ die Frage auch in der vertraulichen Sitzung am Sonntag bis zum Ende offen. Der bayerische Innenminister gilt allerdings durch das schlechte Abschneiden der CSU bei der Bundestagswahl als angeschlagen, bei der er Spitzenkandidat war. Die Abstimmung der 101 Abgeordneten in der Landtagsfraktion ist geheim.

Ferber rechnet damit, dass Söder als Spitzenkandidat antritt. "Ich gehe davon aus, dass Markus Söder eine Mehrheit hat und es ist auch noch gar nicht sicher zum jetzigen Zeitpunkt, ob Joachim Herrmann gegen ihn antritt, das ist gestern Abend noch unklar geblieben", sagte er im NDR. Trotz der innerparteilichen Rivalität rechnet Ferber damit, dass die Zusammenarbeit zwischen Seehofer und Söder funktionieren wird. "Beide haben gesagt: Das wird gut gehen."

Offen ist auch, ob Seehofer und Herrmann Ministerämter in Berlin anstreben, sollte es zu einer Regierungsbildung kommen. Entwicklungsminister Gerd Müller betonte am Sonntag im ZDF, die CSU müsse in Berlin stark vertreten sein, mit Seehofer wäre dies gewährleistet.

Über dieses Thema berichtete am 04. Dezember 2017 tagesschau24 um 09:00 Uhr und NDR Info um 09:15 Uhr.

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