CSU-Logo an der Parteizentrale in München | dpa

"Sprunghafter Anstieg" CSU gewinnt Hunderte Online-Mitglieder

Stand: 22.04.2021 17:55 Uhr

Kanzlerkandidat ist CSU-Chef Söder nicht geworden, viele Unterstützer hat er trotzdem. Seine Partei nutzt die Gunst der Stunde und wirbt auch außerhalb Bayerns offensiv um sogenannte Online-Mitglieder - mit Erfolg.

Der Streit um die Kanzlerkandidatur der Union hat der CSU nach eigenen Angaben einen "sprunghaften Anstieg" von sogenannten Online-Mitgliedschaften in ganz Deutschland beschert. "Die CSU kommt bei der Bearbeitung derzeit kaum hinterher. Es sind in den vergangenen Tagen mehrere hundert Anträge eingegangen", sagte ein Parteisprecher.

Konkrete Zahlen könne man wegen der zeitversetzten Erfassung und Bearbeitung noch nicht nennen. "Allerdings ist seit Montag ein sprunghafter Anstieg bei den Mitgliedsanträgen erkennbar", hieß es.

Werbung mit Parteichef Söder

Die CSU selbst hatte zuletzt offensiv um Parteimitglieder außerhalb Bayerns geworben. "Markus Söder unterstützen? Bei uns möglich!", schrieben die Christsozialen auf ihrem offiziellen Twitter-Konto.

Damit macht die CSU Werbung für ihre Online-Mitgliedschaft. Bei dem kostenpflichtigen Angebot, das die Partei 2019 beschlossen hatte und seit September 2020 anbietet, handelt es sich nicht um eine Vollmitgliedschaft - die CSU hat sich also parteirechtlich gesehen nicht bundesweit ausgebreitet.

Kein Stimmrecht für Online-Mitglieder

Online-Mitglieder können sich digital in die Parteiarbeit einbringen, sie bekommen nach Parteiangaben einen exklusiven Zugang zu Informationen, können sich an Online-Umfragen und -Schulungen beteiligen und an digitalen Parteievents teilnehmen. Es gibt aber einen ganz zentralen Unterschied zur "normalen" Mitgliedschaft: Anders als ein Vollmitglied gehört ein Online-Mitglied keinem Ortsverband der CSU an und hat kein innerparteiliches Stimmrecht.

"Wir freuen uns, dass dieses Angebot nun vermehrt nachgefragt wird", sagte Generalsekretär Markus Blume. Das erste Online-Mitglied sei damals CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak gewesen.

Am Dienstag hatte sich der CDU-Vorsitzende Armin Laschet gegen CSU-Chef Markus Söder im Ringen um die Kanzlerkandidatur durchgesetzt. Dies war auch in der CDU heftig umstritten, in der Basis gab es viel Unterstützung für Söder. Dieser hatte dann aber den Schulterschluss mit der Schwesterpartei betont. Blume hatte Söder nach dessen Rückzug als "Kandidat der Herzen" bezeichnet.