Eine Altenpflegerin hält im Seniorenheim Pauline-Krone-Heim der Altenhilfe Tübingen einen Antigen-Corona-Schnelltest in der Hand.  | dpa

RKI-Bericht Corona-Lage entspannt sich weiter

Stand: 06.05.2022 10:21 Uhr

Das RKI beobachtet eine weitere Entspannung der Corona-Lage. Die Zahl der Neuinfektionen und die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt im Wochenvergleich stetig. Dennoch mahnen die Experten: Die Impfung bleibe wichtig.

Auch angesichts des zuletzt klar rückläufigen Infektionsgeschehens sieht das Robert Koch-Institut (RKI) noch einen beträchtlichen Infektionsdruck und unterstreicht den Nutzen der Corona-Schutzimpfung. In der vergangenen Woche sei die Sieben-Tage-Inzidenz im Vergleich zu der davor weiter gesunken sei - nämlich um 19 Prozent, heißt es im RKI-Wochenbericht. Zudem halten die Autoren fest, dass auch die Zahl von auf einer Intensivstation behandelten Personen mit Covid-19-Diagnose jüngst weiter gesunken und die Zahl der Todesfälle ebenso rückläufig sei.

Seine Risikobewertung für die Gefahren durch die Corona-Pandemie senkte das RKI entsprechend ab - von "sehr hoch" auf "hoch". Das Risiko für eine schwere Erkrankung lasse sich durch eine Grundimmunisierung mit zweimaliger Impfung und Auffrischungsimpfung "wesentlich reduzieren", hieß es zur Begründung. Die Impfung habe also nach wie vor nicht an Bedeutung verloren. Zur Impfkampagne halten die Experten fest, dass die Mehrzahl der aktuell verabreichten Impfungen zweite Auffrischimpfungen seien.

Weiter Abstand und Maske

Das RKI erklärte weiter: Auch wenn sich die aktuell dominante Omikron-Variante, insbesondere BA.2, deutlich schneller und effektiver verbreite als die bisherigen Virusvarianten, käme es nicht in gleichem Verhältnis zu einer Erhöhung schwerer Erkrankungen und Todesfälle wie in den vorherigen Infektionswellen. Wichtig bleibe dennoch weiterhin, dass die Bürgerinnen und Bürger bewährte Vorsichtsmaßregeln wie das Halten von Abstand und das Tragen von Masken weiterhin einhielten.

Wohl nicht alle Fälle erfasst

Am Morgen gab das RKI die Sieben-Tage-Inzidenz mit 553,2 an. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 566,8 gelegen (Vorwoche: 758,5 Vormonat: 1322,2).

Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI 85.073 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 101.610 registrierte Ansteckungen) und 214 Todesfälle (Vorwoche: ebenfalls 214) innerhalb eines Tages.

Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 25.215.210 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Saisonale Effekte helfen

Mit Blick auf den Herbst wies der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission Thomas Mertens auf den Nutzen der vierten Impfung hin. "Wir müssen damit rechnen, dass das Infektionsrisiko im Herbst wieder ansteigt", sagte Mertens den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Menschen über 70 Jahre und andere mit besonderem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf rief er auf, nun die Zeit zu nutzen, ihren Schutz durch eine vierte Impfung zu verbessern.

Was den weiteren Verlauf der Pandemie angeht, verweist der RKI-Wochenbericht erneut darauf, dass die Entwicklung vor allem davon abhänge, ob sich weite Teile der Bevölkerung umsichtig und rücksichtsvoll verhielten und die bekannten Empfehlungen zum Infektionsschutz umsetzten. "Aktuell tragen auch saisonale Effekte dazu bei, die Übertragungen zu reduzieren", schreiben die Autoren vor dem Hintergrund steigender Temperaturen und vermehrter Aktivität im Freien.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Mai 2022 um 06:45 Uhr.