Eine Corona-Schnelltest-Station in einem Bauwagen auf einem Platz in München, Bayern. | dpa

Erstmals seit Januar Bundesweite Inzidenz sinkt unter 500

Stand: 13.05.2022 06:40 Uhr

Innerhalb von 24 Stunden haben die Gesundheitsämter dem RKI 68.999 Corona-Neuinfektionen gemeldet - die Inzidenz liegt dadurch nun bei 485,7. Die Kassenärzte fordern das Ende von Maskenpflicht und Impfzentren.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Freitagmorgen mit 485,7 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 502,4 gelegen (Vorwoche: 553,2; Vormonat: 1044,7). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage.

Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Knapp 70.000 Neuinfektionen gemeldet

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 68.999 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 85.073 registrierte Ansteckungen) und 164 Todesfälle (Vorwoche: 214) innerhalb eines Tages.

Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Kassenärzteverband für weitere Lockerungen

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, hält die Corona-Pandemie für überwunden. "Das Robert Koch-Institut zählt offiziell 25 Millionen Genesene, tatsächlich dürften es zwei- bis dreimal so viele sein", sagte Gassen der Düsseldorfer "Rheinischen Post". "Damit haben wir eine hohe Immunität in der Bevölkerung. Für die meisten Bürger ist die Pandemie damit vorbei."

Bundesweit seien auf den Intensivstationen nur noch 1000 Corona-Patienten, davon knapp 400 mit Beatmung. Damit liege nur noch in jeder fünften Klinik ein beatmeter Patient, sagte der KBV-Chef. Gassen und KBV-Vizechef Stephan Hofmeister forderten ein Ende der Maskenpflicht, die aktuell noch in Bussen, Bahnen und Flugzeugen gilt. Der KBV-Chef schlägt zudem vor, die Impfzentren zu schließen. "Impfzentren sind kostspielig und logistisch anspruchsvoll, die Praxen können das Impfen aktuell ohne Probleme alleine bewältigen."

Von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach forderte Gassen ein Corona-Konzept für die zweite Jahreshälfte: "Statt die Bevölkerung zu verunsichern, sollte der Minister jetzt zügig die Maßnahmen der vergangenen zwei Jahre unabhängig evaluieren lassen und ein Impfkonzept für den Herbst vorbereiten."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Mai 2022 um 16:00 Uhr.