Eine Frau macht an einer Corona-Teststation einen Abstrich bei einem Mann. | dpa

Coronavirus in Deutschland Sieben-Tage-Inzidenz sinkt unter 1300

Stand: 07.04.2022 07:38 Uhr

Die Zahl der neuen Corona-Fälle und die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz nehmen laut RKI bundesweit weiter ab - die Zahl der Todesfälle bleibt jedoch hoch. Experten sorgen sich zudem, weil die Grippesaison erneut sehr mild ausfällt.

Die Zahl der täglich gemeldeten Corona-Neuinfektionen ist bundesweit weiter rückläufig. In den vergangenen 24 Stunden übermittelten die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 201.729 Ansteckungen. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt damit bundesweit auf 1251,3.

Am Mittwoch waren in ganz Deutschland binnen eines Tages 214.985 Neuinfektionen erfasst worden. Vor genau einer Woche waren es noch knapp 274.900 Fälle. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Mittwoch noch mit 1322,2 an. Vor einer Woche wurden im Durchschnitt 1625,1 neue Infektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner innerhalb einer Woche gemeldet. Vor einem Monat betrug der Wert 1259,2.

Das RKI merkt jedoch an, dass der Vergleich einzelner Tageswerte zunehmend schwierig wird, da nicht alle Bundesländer an jedem Wochentag aktuelle Werte übermitteln. Am Wochenende sind das zum Beispiel Baden-Württemberg, Niedersachsen und Brandenburg.

Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion bleibt jedoch weiter auf hohem Niveau: Binnen eines Tages wurden dem RKI 328 Todesfälle gemeldet. Am Vortag waren 340 Todesfälle verzeichnet worden, vor einer Woche waren es 279.

Berlin mit bundesweit niedrigster Inzidenz

Mittlerweile weisen drei Bundesländer wieder eine Sieben-Tage-Inzidenz unter der 1000er-Grenze auf. Dazu zählen Berlin mit einem Wert von 767,3, Brandenburg mit 888,7 und Hamburg mit einer Inzidenz von 994,1. In der Hansestadt gelten trotzdem weiterhin strengere Corona-Auflagen, da dort die sogenannte Hotspot-Regelung greift.

Die bundesweit höchste Sieben-Tage-Inzidenz verzeichnet derzeit das Saarland mit 1861,2. Dahinter folgen Thüringen mit einem Wert von 1740,3 und Mecklenburg-Vorpommern, das ebenfalls auf die Hotspot-Regelung zurückgegriffen hat. Hier liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 1517,6.

Erneut deutlich schwächere Grippesaison

Die bis vor kurzem bundesweit geltenden Corona-Maßnahmen und auch während der Pandemie verhängte Reisebeschränkungen haben zum zweiten Mal die Folge, dass es in der Grippe-Saison deutlich weniger Ansteckungen gibt. Seit Anfang Oktober 2021 wurden weniger als 5000 im Labor bestätigte Fälle gemeldet. Das geht aus der Statistik der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) hervor, die ebenfalls zum RKI gehört. Die Mitglieder der AGI sprechen von einer stark unterdurchschnittlichen Verbreitung der Influenza. Vor einem Jahr seien allerdings sogar nur knapp 500 Fälle erfasst worden.

In den vergangenen Wochen hätten die Fallzahlen aber stark zugenommen, hieß es von der AGI weiter. Da aber nicht bekannt sei, wie oft auf Influenzaviren getestet worden sei, sei nicht sicher einzuschätzen, ob der Anstieg eine tatsächliche Zunahme zirkulierender Grippeviren bedeutet oder nicht. Eine Sprecherin des RKI teilte dazu mit: "Ob sich doch noch eine richtige Grippewelle entwickeln kann, können wir nicht sagen. Die Wahrscheinlichkeit einer deutlich steigenden Influenza-Aktivität in den kommenden Wochen verringert sich, je weiter das Frühjahr voranschreitet."

Auch die Osterferien, die in einigen Bundesländern bereits begonnen haben, könnten eine geringere Verbreitung der Grippe mit sich bringen, da Kinder in der Regel besonders früh von der Grippewelle betroffen sind.

Sorge vor sinkender Immunität

Experten bereitet die bereits zweite deutlich abgeschwächte Grippesaison Sorgen: Zum einen befürchten sie eine verringerte Immunität in der Bevölkerung und sehen ein Risiko schwererer künftiger Epidemien. Besonders problematisch könnte dies demnach für Kinder sein, die nun ihre ersten prägenden Grippeinfektionen verpassten. Auch die Anpassung der Grippe-Impfstoffe für die kommende Saison wird durch die geringe Zahl an Ansteckungen erschwert.