In Baden-Württemberg nimmt eine DRK-Helferin in Schutzanzug und mit Weihnachtsmütze von einer Frau einen Abstrich für einen Corona-Schnelltest. | dpa

Coronavirus in Deutschland RKI meldet mehr als 32.000 Neuinfektionen

Stand: 24.12.2020 11:02 Uhr

Trotz der Mitte Dezember nochmals verschärften Beschränkungen bleiben die Infektionszahlen in Deutschland hoch. Das Robert Koch-Institut meldete mehr als 32.000 neue Corona-Fälle. Mit Blick auf die Feiertage sind Mediziner äußerst besorgt.

Bundesweit haben Gesundheitsämter in den vergangenen 24 Stunden 32.195 Neuinfektionen mit dem Coronavirus erfasst. Das teilte das Robert Koch-Institut (RKI) mit. Seit gestern starben 802 Menschen, die zuvor positiv auf den Erreger getestet worden waren.

Im Vergleich zu gestern steigt die Zahl der Neuansteckungen binnen eines Tages damit um 7455 Fälle an. Die Zahl der Todesfälle hatte am Mittwoch mit 962 einen Höchststand erreicht. Gegenüber den Zahlen vor einer Woche sind es rund 5300 Neuansteckungen mehr, allerdings hatte am vergangenen Donnerstag Baden-Württemberg wegen technischen Problemen Daten nicht übermitteln können, sodass 3500 Fälle erst in die RKI-Statistik vom Freitag eingeflossen waren.

Ansteckungsrate bleibt auf hohem Niveau

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut RKI derzeit bei 196,2. Der Wert gibt an, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche auftreten. Gestern lag er mit 195,1 minimal niedriger. Am Dienstag hatte das RKI aber auch bei der Sieben-Tage-Inzidenz einen Höchstwert von 197,6 verzeichnet.

Unter den Bundesländern weist Sachsen die höchsten Corona-Zahlen auf: Binnen 24 Stunden wurden von den Behörden 3877 weitere Neuansteckungen und 153 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt hier mit 425,7 weit über Bundesdurchschnitt. Es folgt Thüringen mit einem Wert von 327,9. Der niedrigste Wert wird in Mecklenburg-Vorpommern mit 95,6 verzeichnet.

Insgesamt steigt die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland seit Beginn der Pandemie auf mehr als 1,58 Millionen an. Die Zahl der Todesfälle liegt inzwischen bei 28.770. Als genesen gelten etwa 1,18 Millionen Menschen.

Mediziner warnen vor dritten Welle

Angesichts der anhaltend hohen Infektionszahlen appellierte der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, an die Bevölkerung, auch in den Weihnachtstagen die Schutzmaßnahmen einzuhalten. Jeder einzelne könne dazu beitragen, eine weitere Welle zu verhindern, sagte Reinhardt gegenüber der "Rheinischen Post". Jeder solle sich "kritisch fragen, ob er wirklich die gesetzlichen Höchstgrenzen für Zusammenkünfte ausreizen muss". Reinhardt warnte, eine mögliche dritte Corona-Welle würde das Gesundheitssystem überlasten.

Auch der Chef des Verbandes der Intensivmediziner, Uwe Janssens, warnte vor einer möglichen dritten Welle im Januar, sollten die Menschen über Weihnachten ihre Kontakte nicht stark genug reduzieren. "Wir Intensivmediziner bitten die Leute dringend, an Weihnachten lieber nicht Oma und Opa zu besuchen, sondern wirklich zu Hause zu bleiben", sagte Janssens ebenfalls der "Rheinischen Post".

Ursprünglich hatten Bundesregierung und Ministerpräsidenten erwogen, die Kontaktbeschränkungen über Weihnachten und Silvester etwas zu lockern. Nach der Verschärfung des Teil- in einen kompletten Lockdown wurden die angedachten Lockerungen aber wieder zurückgezogen. Die derzeit geltenden strikten Corona-Auflagen gelten vorerst bis zum 10. Januar.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 24. Dezember 2020 um 09:00 Uhr.