Eine Windmühle bei Groningen/Niederlande im ersten Morgenlicht | Bildquelle: AFP

Teile der Niederlande und Großbritanniens RKI weist neue Risikogebiete aus

Stand: 02.10.2020 20:17 Uhr

Weitere Provinzen in den Niederlanden, Schottland und Nordengland zählen nun zu den Corona-Risikogebieten. Die Bundesregierung gab eine Reisewarnung heraus. Schleswig-Holstein schickt Reisende aus Berlin-Mitte in Quarantäne.

Die Bundesregierung hat Schottland sowie Nordengland und weitere Teile der Niederlande zu Corona-Risikogebieten erklärt. In den Niederlanden werde nun das gesamte Land mit Ausnahme der Provinzen Zeeland und Limburg entsprechend eingestuft, teilte das Robert Koch-Institut mit. In Großbritannien seien neben Schottland auch die englischen Regionen North West, North East und Yorkshire and the Humbers betroffen. Das Auswärtige Amt gab für die Regionen Reisewarnungen heraus und rät von touristischen Besuchen ab.

Entscheidend für die Einstufung als Risikogebiet ist, dass die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen bei mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner liegt. In der Folge müssen Rückkehrer bei der Einreise nach Deutschland einen negativen Corona-Test vorlegen oder sich zwei Wochen lang in häusliche Quarantäne begeben. Ab Mitte Oktober soll eine neue Quarantäneregelung gelten, deren Details noch nicht feststehen.

Nicht mehr viele europäische Länder ohne Corona-Risiko

Reisewarnungen bedeuten zwar kein Reiseverbot, sollen aber eine möglichst große abschreckende Wirkung auf Touristen haben. Urlauber können eine bereits gebuchte Reise stornieren, wenn vor ihrem Ziel gewarnt wird.

Unter dem Strich bleiben nur noch zwölf europäische Länder übrig, für die weder vor Reisen gewarnt noch von ihnen abgeraten wird: Italien, Griechenland, Zypern, Malta, Polen, Schweden, Slowakei, Georgien, Liechtenstein, San Marino, Monaco und der Vatikan.

Ausnahmeregel für österreichische Enklaven

Laut RKI zählen das österreichische Kleinwalsertal und die Gemeinde Jungholz nicht mehr als Corona-Risikogebiete. Die Enklaven, die nur von Bayern aus erreichbar sind, meldeten in den vergangenen Tagen keine einzige neue Corona-Infektion. Eine Online-Petition mit mehr als 10.500 Unterstützern und Unterstützerinnen hatte deshalb Ausnahmeregeln gefordert.

Die Entscheidung der Bundesregierung ist ein Novum. Bisher wurden nur ganze Bundesländer oder Provinzen bewertet. Für einzelne Gemeinden oder Täler wurde bisher keine Ausnahme gemacht.

Schleswig-Holstein erklärt Berlin-Mitte zum Risikogebiet

Auch innerhalb Deutschlands gibt es Corona-Hotspots: Dazu zählt unter anderem der Berliner Bezirk Mitte, der aktuell einen Wert von 59,6 Infektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche meldet. Das Land Schleswig-Holstein stufte Berlin-Mitte deshalb als Risikogebiet ein.

Das könnte die Pläne mancher Berliner für ihren Urlaub an der Nord- und Ostsee sowie mancher Schleswig-Holsteiner ihre Reise in die Hauptstadt mit Blick auf die anstehenden Herbstferien durchkreuzen. Denn nun würden auch für sie die gängigen Quarantäne- und Test-Regeln gelten, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Kiel sagte.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Oktober 2020 um 20:00 Uhr.

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