Ein Mitglied des medizinischen Personals steckt ein Wattestäbchen nach einem PCR-Abstrich zum Test auf Covid-19 in ein Röhrchen. | Bildquelle: dpa

Rekord an Neuinfektionen Mehr als 23.000 neue Corona-Fälle

Stand: 07.11.2020 11:42 Uhr

Erneut hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen einen neuen Rekord erreicht - mit mehr als 23.000 Fällen. CSU-Chef Söder mahnt zu Geduld, während zahlreiche Verfassungsbeschwerden gegen den Teil-Lockdown eingereicht wurden.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat erneut einen Höchststand erfasster Corona-Neuinfektionen verzeichnet. Die Gesundheitsämter meldeten 23.399 neue Fälle binnen 24 Stunden. Gestern waren 21.506 neue Infektionen gemeldet worden - und damit erstmals mehr als 20.000.

Schon an den drei vergangenen Samstagen war jeweils ein Rekord bei den Neuinfektionen erreicht worden: Der Wert lag am 31. Oktober bei 19.059, am 24. Oktober bei 14.714 und am 17. Oktober bei 7830 Fällen.

Trendumkehr ist noch nicht in Sicht

Die Zahl erfasster Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 130 auf insgesamt 11.226, wie das RKI meldete. Schon in den vergangenen Tagen hatte die Zahl deutlich über 100 gelegen. Selbst wenn die Zahl der Neuinfektionen demnächst stagnieren sollte, ist zunächst weiter mit hohen Werten bei den Todesfällen zu rechnen, da diese im Verlauf der Erkrankung, oft erst Wochen nach der Infektion, auftreten. Die Zahl der Ansteckungen wirkt sich darum verzögert auf die Zahl der Todesfälle aus.

Noch ist eine deutliche Trendumkehr ohnehin nicht in Sicht. Bisher sei eine weitere Zunahme der Übertragungen in der Bevölkerung zu beobachten, hieß es im Lagebericht des RKI vom Freitagabend. Bis sich die Wirkung des seit Montag greifenden Teil-Lockdowns mit Schließungen etlicher Einrichtungen im November bei den Infektionszahlen zeigt, dauert es wegen der Zeit von Ansteckung zu Symptomen, Test und Erfassung nach RKI-Angaben zwei bis drei Wochen.

Söder mahnt zu Geduld

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder mahnt daher die Bevölkerung zur Geduld. "Wir brauchen mindestens zwei Wochen, um den Erfolg der Maßnahmen bewerten zu können", sagte der CSU-Politiker der "Rheinischen Post". Es wäre falsch, die Therapie frühzeitig abzubrechen. "Es ist ohnehin der mildeste Lockdown, den es derzeit in Europa gibt." Söder zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Maßnahmen den rasanten Anstieg bei den Corona-Infektionszahlen bremsen werden: "Der Lockdown light wird wirken."

Gegen diese Maßnahmen wird verstärkt geklagt. Nachdem bereits bei zahlreichen Oberverwaltungsgerichten Eilanträge eingereicht wurden, muss sich auch das Bundesverfassungsgericht mit dem Teil-Lockdown beschäftigen. In Karlsruhe liegen bislang vier Verfassungsbeschwerden und zwei Anträge auf Erlass einer einstweiligen Anordnung vor.

Insgesamt zählte das höchste deutsche Gericht zum Thema Corona nach Angaben der Funke Mediengruppe bisher 518 Verfassungsbeschwerden, wovon die meisten aber nicht weiter verfolgt wurden. Das Gericht habe sich bislang mit 187 Verfassungsbeschwerden und 53 isolierten Anträgen auf Erlass einer einstweiligen Anordnung befasst.

Ärzte wollen Infizierte in Hotels unterbringen

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund plädiert derweil dafür, dass positiv auf das Coronavirus Getestete ihre Quarantäne auch in einem Hotelzimmer verbringen können. Das Angebot solle freiwillig sein und nur für Menschen gelten, die keine oder nur schwache Symptome haben, sagte die Vorsitzende des Marburger Bundes, Susanne Johna. Eine solche Regelung könne die Infektion von Familienmitgliedern verhindern und nütze nebenbei auch Hotels und Pensionen, die in der Krise kaum Einnahmen haben.

Die Kosten für die Unterbringung solle der Staat übernehmen. "Die Zahl derjenigen, die sich zu Hause bei infizierten Familienmitgliedern oder Mitbewohnern anstecken, steigt rapide", begründete Johna ihren Vorschlag. Für viele Infizierte sei es schwer, sich zu Hause zu isolieren. "Wenn man zu viert auf 80 Quadratmetern wohnt, ist es oft kaum möglich, sich wirklich abzusondern", betonte Johna. "Beengte Wohnverhältnisse gefährden den Erfolg der Quarantäne."

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 07. November 2020 um 09:00 Uhr und 10:00 Uhr.

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