Eine Assistenzärztin betreut auf der Intensivstation des Gemeinschaftskrankenhauses Havelhöhe in Berlin einen Covid-19-Patienten | dpa

Belastung in Kliniken Omikron-Höhepunkt noch nicht erreicht

Stand: 22.02.2022 06:55 Uhr

Der Höhepunkt der Belastung durch die Omikron-Welle steht den Klinken laut Krankenhausgesellschaft noch bevor. Das RKI meldete 125.902 Neuinfektionen, die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sank im Tagesvergleich erneut und liegt nun bei 1306,8.

Den Kliniken in Deutschland steht der Höhepunkt der Belastung durch die Omikron-Welle weiter bevor: Das sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Andreas Wagener, der "Rheinischen Post". "Der Scheitelpunkt der Omikron-Belastung in den Krankenhäusern ist noch nicht ganz erreicht", so Wagener. "Aktuell sind weiterhin steigende Belegungszahlen in den Krankenhäusern zu verzeichnen, wobei sich die Dynamik weiter abschwächt."

Vor allem auf den Normalstationen verzeichne man weiterhin steigende Fallzahlen, sagte Wagener. Die Belegung der Intensivstationen sei deutschlandweit derzeit beständig. "Wir gehen gegenwärtig davon aus, dass wir bei der Intensivbelegung weiter im stabilen Bereich bleiben werden." Dennoch bleibe die Situation für die Krankenhäuser belastend.

Drei-Stufen-Plan für Lockerungen der Maßnahmen

Experten hatten darauf hingewiesen, dass sinkende Inzidenzen sich mit zeitlichem Verzug in den Belegungszahlen der Krankenhäuser niederschlagen. Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte vor etwas mehr als einer Woche zum ersten Mal seit Wochen eine zurückgehende Sieben-Tage-Inzidenz vermeldet. Dies beförderte Rufe nach Lockerungen der staatlichen Corona-Regeln zusätzlich.

Bund und Länder hatten einen Drei-Stufen-Plan für Öffnungen bis hin zu einem möglichen Ende aller tiefgreifenderen Auflagen am 20. März vereinbart. Ein sogenannter Basisschutz solle aber auch danach bleiben. Dafür ist eine neue bundesweite Rechtsbasis erforderlich, da die bisherige am 19. März ausläuft. Von SPD, Grünen und FDP sind unterschiedliche Einschätzungen laut geworden, welche Maßnahmen weiter gebraucht werden. Die FDP pochte zuletzt auf die Aufhebung aller Maßnahmen ab 20. März.

Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 1306,8

Erneut sank die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner und Woche mit 1306,8 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1346,8 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 1437,5 (Vormonat: 772,7). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 125.902 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche waren es 159.217 Ansteckungen gewesen.

Lückenhafte Datenlage

Experten gehen von einer hohen Zahl von Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind. Testkapazitäten und Gesundheitsämter sind demnach vielerorts am Limit, Kontakte werden nur noch eingeschränkt nachverfolgt. Zudem dürfte es eine größere Zahl von Menschen geben, die ihre Infektion nicht mehr über einen PCR-Test bestätigen lassen - die Infektion fließt damit nicht in die offizielle Statistik ein.

Mehr als 13,7 Millionen Infektionen

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 306 weitere Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf damit 121.603.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 13.762.895 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Dienstag mit 10.031.200 an. Die Zahl der in Kliniken gekommenen Corona-infizierten Patienten je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI mit 6,06 an (Sonntag: 6,27). Darunter sind auch viele Menschen mit positivem Corona-Test, die eine andere Haupterkrankung haben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. Februar 2022 um 06:30 Uhr in den Nachrichten.